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AfD

Betreutes Denken!

Oh Mann! Jeder hat das Recht, seine unmassgebliche Meinung für sich zu behalten!

Das schöne an der AfD ist, dass Basisdemokratie sehr verbreitet ist. So werden die Mitglieder in diesen Tage dazu aufgefordert, ein Spitzenduo für die Bundestagswahl im September auszuwählen. Es ist sehr erfreulich, dass diese Leute nicht im Hinterzimmer ausgekungelt oder gar von der Bundeskanzlernden_X*_innen bestimmt werden (s. Laschet); oder Deligiertenparteitage darüber abstimmen (Baer_*Innen-Ziege).

In der AfD gibt es eine Abstimmung der Parteibasis via Netz. Das ist vorbildlich. Die Partei der alten weissen Männer zeigt, wie man sich die „Errungenschaften der Technik“ zu Nutze machen kann.

Doch dann passiert das!

Einer, der eine Wahl sang- und klanglos verloren und die AfD-Wählerschaft auf ca. die Hälfte geschrumpft hat, gibt Tipps. War er nicht inhaltlich ernstzunehmend? Oder hat er für keine freundliche und gewinnende Außendarstellung gesorgt?

Hier der Text:

Wahlempfehlung für AfD-Spitzenduo zur Bundestagswahl:

Frische Alternativen mit Cotar und Wundrak

verabschiedet am 15. Mai 2021

Die Digitalpolitikerin Joana Cotar und der hochrangige Bundeswehr-Generalleutnant a.D. Joachim Wundrak sind zwei frische und sympathische Gesichter in unserer noch jungen Partei. Sie haben sich im Bundestag bzw. in den Landesverbänden Hessen bzw. Niedersachsen aber bereits durch Kompetenz, rhetorisches Geschick und Zuverlässigkeit ausgezeichnet.

Cotar und Wundrak bieten durch ihre Persönlichkeiten wie durch ihr bürgerlich-konservatives inhaltliches Profil für die AfD ein die Wahlaussichten deutlich verbesserndes Image. Gerade ihre klar erkennbare Distanz zu den dem ehemaligen „Flügel“ nahestehenden Parteimilieus rund um Björn Höcke bürgt für eine realistischere Sicht auf die politische Landschaft und damit eine größere Zukunftsfähigkeit statt einer letztlich wirkungslosen Fundamentalopposition ohne Gestaltungsperspektive.

Die Unterzeichner dieser Empfehlung sind ganz entschieden der Ansicht, dass es in der aktuellen Lage der Alternative für Deutschland mehr denn je um eine nicht nur inhaltlich ernstzunehmende, sondern auch im Stil des Auftretens freundliche und gewinnende Außendarstellung bei den Bürgern geht. Eine aggressive oder schlimmer noch krawallige Rhetorik sowie eine zur Schau getragene Wagenburgmentalität nach dem Motto „Viel Feind, viel Ehr“ sind keineswegs Ausdruck einer kritischen Anti-Establishment-Haltung, sondern sie weisen in eine politische Sackgasse und halten dringend benötigtes gutes Personal von einem Einsatz in der AfD ab. Häufig gehen derartige Haltungen mit der Geringschätzung von Leistungsbereitschaft, Lebenserfahrung und überzeugenden Qualifikationen der Mandatsträger einher. Gleichzeitig gewinnen Kandidatenprofile an Bedeutung, die sich entscheidend auf (quantitativer) Parteiarbeit, Netzwerktauglichkeit und nicht selten auch Opportunismus gründen. Beides zusammen führt langfristig zu einem schleichenden Qualitäts- und Kompetenzverlust in unserer Partei und bei unseren Mandats- und Funktionsträgern.

Unser Ruf in der breiten Öffentlichkeit wurde seitens der Altparteien und eines Großteils der Presse seit Jahren systematisch diskreditiert und wandelte sich in der Wahrnehmung sehr vieler Mitbürger immer mehr zu einem vermeintlich extremistischen und quasi unwählbaren Zerrbild. Die jüngsten Versuche, eine bundesweite Verfassungsschutzbeobachtung zu erreichen, sind hier lediglich als fataler Schlusspunkt zu betrachten. Besonders stark wirkt sich das in jenen Wählergruppen aus, die durch ihre hohe Zahl wahlentscheidend sind: Frauen und Senioren (plus die quantitativ zwar weniger wichtigen, aber für die Zukunft natürlich doch erheblichen Jungwähler).

Dass es so weit gekommen ist, hat sehr viel mit unfairen, ja böswilligen Einflussnahmen von außen zu tun. Doch ein Teil des Imageschadens ist auch hausgemacht. Wer nicht nur vor Wahlen vehement auf die rhetorische Pauke schlägt und sich davon Aufmerksamkeits- und Stimmengewinne verspricht, verkennt die für breite Teile der Bevölkerung abschreckende Wirkung eines solchen Auftretens. Und er übersieht, dass in den Medien fast alles, was aus Richtung AfD kommt, ohnehin radikaler präsentiert wird. Eine überzogene inhaltliche wie formale Überspitzung ist deshalb in hohem Maße schädlich. Andere gewichtige europäische konservativ-freiheitlich-patriotische Parteien zum Beispiel in Italien, Frankreich, Schweden oder Finnland haben das längst erkannt. Sie verfolgen seit Jahren einen Kurs der strategischen Mäßigung und haben sich von politikunfähigen Strömungen getrennt.

Wer strategisch das Kernpotential der AfD nahezu ausschließlich bei vermeintlich deklassierten Unterschichten sieht und sich selbst zur „Fundamentalopposition“ erklärt, stellt sich bewusst oder unbewusst ins Abseits und legt damit Zeugnis ab von der eigenen Bereitwilligkeit, sich in einer politischen Nische ohne Breitenwirksamkeit einzurichten. Der Anspruch einer ernstzunehmenden Kraft hat jedoch aufs Ganze abzuzielen; das schließt die grundsätzliche Offenheit für Koalitionen und ganz allgemein die Anschlussfähigkeit an die politischen Realitäten ein. Die AfD muss – ohne ihre Ideale aufzugeben – einen Realo-Kurs verfolgen oder sie wird scheitern und damit ihren eigenen Anspruch aufgeben, die politischen Verhältnisse in unserem Land grundlegend zum Guten zu verändern.

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir allen am Mitgliederentscheid beteiligten Parteifreunden hier in Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland die Wahl des für den zukunftsträchtigen realpolitischen und „bürgerlichen Weg“ der AfD stehenden Kandidatenduos Joana Cotar und Joachim Wundrak. Unabhängig von dieser Empfehlung werden wir selbstverständlich die Entscheidung unserer Mitglieder akzeptieren und jedes gewählte Spitzenteam im Wahlkampf vorbehaltlos unterstützen.

Michael Frisch, MdL, Landes- und Fraktionsvorsitzender sowie Kreisvorsitzender Trier

Joachim Paul, MdL, Kreisvorstand Koblenz

Matthias Joa, MdL, Kreisvorsitzender Germersheim

Martin Louis Schmidt, MdL, Kreisvorstand Südliche Weinstraße/Landau

Dr. Sylvia Groß, MdL

Jürgen Klein, MdL, Kreisvorsitzender Bad Kreuznach

Brigitte Hoffmann, Kreisvorsitzende Bernkastel-Wittlich

Martin Fischer, Kreisvorsitzender Cochem-Zell

Dirk Bisanz, Kreisvorsitzender Kaiserslautern

Johannes Hüdepohl, Kreisvorsitzender Ahrweiler

Rolf Pontius, Kreis- und Fraktionsvorsitzender Koblenz

Dr. Horst Knopp, Fraktionsvorsitzender im Kreistag Mayen-Koblenz

Otto Hiller von Gärtringen, Fraktionsvorsitzender im Kreistag Bitburg-Prüm

Quelle: Soziale Medien

Man kann das natürlich so sehen. Aber man muss die Leute, deren Namen als Unterzeichner erscheinen, natürlich um Erlaubnis fragen. Aber was finden wir im Netz?

Liebe Mitglieder des Kreisverbands Bad Kreuznach,

heute wurde eine Wahlempfehlung zur Wahl eines AfD-Spitzenduos per E-Mail in Umlauf gebracht.

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Entwurf dieser Mail ohne meinen Namen mit der Anfrage, ob ich diese Mail unterstütze. 

Ich habe diese Mail nicht beantwortet, weil ich den Inhalt nicht unterstütze. 

Trotzdem wurde mein Name ohne mein Wissen zur Unterzeichnerliste hinzugefügt.

Die Verfasser der E-Mail wurden von mir zur Korrektur der Unterzeichnerliste aufgefordert.

Ich und der gesamte Kreisvorstand distanzieren uns ausdrücklich vom Inhalt dieser Mail.

Jedes Mitglied muss frei und unbeeinflusst wählen können, mit welchem der beiden Kandidatenduos die AfD in den Bundestagswahlkampf ziehen soll.

Beste Grüße

Jürgen Klein 
Kreisvorsitzender

Quelle: https://www.afd-bad-kreuznach.de/2021/05/18/wahlempfehlung-zur-wahl-eines-afd-spitzenduos/

Zu dumm.

Hier noch ein Kommentar zu dem Text ganz oben, der einiges vom Kopf auf die Füsse stellt.

Lieber Herr Joa,

ich versuche Ihre Zeilen mal in einen logischen Kontext zu bringen.

Ganz offenkundig haben 6 MdLs aus RLP diese Wahlempfehlung für Frau Cotar und Herrn Wundrak und somit eben gegen Herrn Chrupalla und Frau Weidel gezeichnet. Das ist völlig legitim – jeder darf in einem freien Land sagen was er denkt. Nur folgen muss man dieser Meinung ja nicht und man darf – mehr noch bei Ihnen muss man – das Fundament Ihrer Meinung beleuchten.

Sie erklären, dass die von Ihnen beworbenen durch Ihre Persönlichkeit und ihr bürgerlich-konservatives inhaltliches Profil bessere Wahlaussichten durch ein besseres Image haben.

Warum sollte ich Ihnen diese Annahme abkaufen? Sie und die anderen 5 MdLs haben doch erst kürzlich gezeigt, dass mit Ihnen als Angebot an die Wähler in RLP – Sie nicht nur über einen Drittel an Wähler verloren haben, sondern von den verlorenen Wählern drei Viertel ins Lager der Nichtwähler entschwunden sind.

Sicher werden Sie verstehen, dass mich nun die Frage umtreibt – ich versuche ja Ihrer Argumentation inhaltlich zu folgen – ob es vielleicht auch an Ihre(n) Kompetenzen, dem rhetorischen Geschick oder der von Ihnen 6 zur Schau gestellten Zuverlässigkeit lag. Liegt das Ergebnis vielleicht an Ihren Persönlichkeiten oder ist es das mangelnde bürgerlich-konservative inhaltlich Profil, welches nicht die Wahlaussichten sondern das Wahlergebnis um 1/3 schmälern lies?

Zweifelsfrei kann es keinesfalls daran gelegen haben, dass Ihr ehemaliger Fraktionsvorsitzender es an der Distanz zum ehemaligen Flügel vermissen ließ.

Vielleicht waren Sie als Angebot dem Wähler in RLP nicht genug … vielleicht hätte ihr jetziger Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat zur LTW besser noch ein paar ehemalige NPDIer mehr in Lohn und Brot bringen müssen oder einen von Ihnen 6 noch etwas häufiger für NPD-nahe Organe Artikel schreiben sollen – einfach um die Bürgerlichkeit noch mehr zu betonen.

Aber betrachten wir doch auch ruhig mal die Zuverlässigkeit oder die Kompetenz der beiden anderen Kandidaten.

Tino Chrupalla hat in seinem Wahlkreis bei 153.643 abgegeben gültigen Stimmen insgesamt 49.834 Stimmen auf sich vereinen können. Der gesamte LV RLP hat zur LTW bei 1.934.879 abgegeben gültigen Stimmen 160.293 Stimmen vereinen können. Damit haben Sie in RLP – also im gesamten Bundesland – nur etwas mehr als dreimal so viele Stimmen erzielt, als TC in einem einzigen Wahlkreis.

Frau Dr. Weidel ist promovierte Betriebs- und Volkswirtschafterin … jaja ich weiß wer nichts wird, wird Wirt – aber vielleicht nutzt Frau Weidel ja die 6 Jahre Altersunterschied und eignet sich die Fähigkeiten eines Feng-Shui Beraters an, um dann in Ihren Augen auch nicht nur kompetent über den Bundeshaushalt sprechen zu können, sondern die Tische auch besser in den Ausschussräumen zu platzieren, damit die Energie besser fließt.

In welcher Form Herr Chrupalla oder Frau Dr. Weidel durch ihre Worte oder ihr Handeln eine Beobachtung des VS Vorschub geleistet haben sollen, erschließt sich mir nicht – aber ich bin ja auch maximal nur halb so schlau wie Sie.

Auch verstehe ich nicht wirklich, wie das von Ihnen beworbene Paar jetzt besser die Zielgruppe der Frau oder Senioren ansprechen soll. Beide Duos bestehen aus einer Frau, wobei Frau Dr. Weidel ihre Dissertation über ein Rentensystem geschrieben hat und sich mit dem Thema Rente – eines der wichtigsten Themenfelder gerade für Senioren neben Gesundheit und Pflege – auskennt. Herr Wundrak ist bei dem Thema Rente, Gesundheit und Pflege aus der eignen Vita recht blank – Stichwort Pension und freie medizinische Heilführsorge.

Herr Chrupalla kann sich total gut in die Sorgen und Nöte von handwerklichen Betrieben versetzen und den sog. normalen Menschen. Er hat sein gesamtes Berufsleben damit zu tun.

Dieser Unterschied wird auch sehr deutlich in dem Duktus. Herr Chrupalla würde nie aus der Arroganz heraus Teile der Bevölkerung als deklassierte Unterschicht bezeichnen – und dafür bin ich ihm tatsächlich auch sehr dankbar.

Warum Sie glauben in dieser Art und Weise über Teile der Bevölkerung, die es sicher auch in RLP gibt und die auch Sie vertreten sollen sprechen, kann nur eine beseelte Arroganz sein oder Ausdruck einer besonderen Bürgerlichkeit die mir unbekannt ist.

Also bleibt unterm Strich die Frage….

Warum sollte man einer Wahlempfehlung von Ihnen 6 und der Entourage folgen wie man erfolgreich ist, kurz nachdem Sie selbst dokumentiert haben, dass die Bürger in RLP lieber gar nicht wählen als Sie.

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