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Abkehr vom Goldstandard

… als Kriegsgrund

Viele Bücher wurden über die Ursachen für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges veröffentlicht. Mehrere Gründe, angefangen vom Versailler Diktat bis zur englischen Garantie an Polen vom 23. August 1939, trafen zusammen. Eine wesentliche Ursache wird aber über den mehr an der Oberfläche liegenden anderen historischen Tatsachen oft vergessen: der Ausbruch des Deutschen Reiches in den dreißiger Jahren aus dem herrschenden Finanzsystem des Goldstandards, das von den Anglo-Amerikanern aufgestellt worden war und den Dollar als Weltleitwährung hatte. Als in Deutschland nach 1933 die Börsen geschlossen und bilaterale Tauschgeschäfte mit anderen Staaten eingeleitet wurden, kam das einer Kriegserklärung an die Hochfinanz in London und New York gleich, die bei einem größeren Erfolg dieser deutschen Reformen die Kontrolle über die Wirtschaft in der Welt verloren hätte und deswegen scharf gegen solche Maßnahmen eingestellt sein mußte.

Der britische General und Geschichtsschreiber John Frederick Charles FULLER hat in seinem sehr lesenswerten Buch von 1937[1] sich Gedanken über den kommenden, damals schon absehbaren Krieg, den »zweiten der Völkerbundskriege«, und dessen wahrscheinliche Ursachen gemacht.

John Frederick Charles FULLER.

Dazu bringt er in dem 36. Kapitel unter dem Titel »Die Gewaltherrschaft des Goldes«[2] wichtige Tatsachen zum damals herrschenden Währungssystem.

Nach Ausführungen über den Charakter des Geldes, das »das Blut des Handels« sei und »das entscheidende wirtschaftliche Problem der Gegenwart«[3] darstelle, geht er auf die Ungerechtigkeit und Ausbeutungsabsicht des herrschenden westlichen Finanzsystems ein und fragt dann: »Welches ist die Ursache dieser selbstmörderischen Mißstände?« Er gibt darauf die Antwort: »Sie ist darin zu suchen, daß das gegenwärtige Finanzsystem sich nicht auf die Produktionskraft (Produktion von Reichtum) gründet, sondern daß das Mittel der Verteilung (Geld) in eine Ware verwandelt wurde, die man kaufen und verkaufen kann. Mit einem Wort: Die Krankheit, an der die Welt leidet, heißt >Wucher<. Frankreich ist ein Reich, das auf der Geldmacht aufgebaut ist, und England ist das Hauptquartier des internationalen Anleihekapitals; daher auch die entente zwischen ihnen. Beide sind von internationaler Gesinnung, weil beide unter der Herrschaft zentraler Banken stehen, die internationale Geldorgane sind. Das gleiche ist mit der UdSSR der Fall, obwohl hier die Zentralbank der Staat ist. Daher ist sowohl in den westlichen Demokratien wie auch in der östlichen Autokratie die Macht im Gelde verankert. Infolgedessen ist das Geld das Bindeglied zwischen Demokratie und Bolschewismus — zwischen den oligarchischen und den despotischen staatskapitalistischen Nationen. Da Deutschland außerhalb dieses goldenen Ringes steht, ist es verdächtig. Deutschland beginnt bereits, mehr mit den Begriffen der Arbeit zu operieren als mit den Begriffen des Geldes. Angenommen, Deutschland führt ein vernünftiges Finanzsystem ein, in welchem kein Geld aufgekauft werden kann, dann wird die Goldblase platzen, und die Grundlagen des Staatskapitalismus brechen zusammen.«

Und prophetisch fügte er hinzu: » Daher muß es (das Reich, R. K.) um jeden Preis daran gehindert werden. Daher auch die fieberhaften Vorbereitungen zu seiner Vernichtung.«

Das schrieb FULLER bereits in dem Buch mit dem Vorwort vom 1. September 1936!

Wenige Seiten weiter zitiert er KITSON: »Jeder große Krieg hat den Geldhändlern aller Länder günstige Gelegenheit geboten, zu märchenhaftem Reichtum und politischer Macht zu gelangen, und zwar ohne jedes Risiko.« Und er fügt dann an: »Sollte ihr (der Hochfinanz, R.K.) System durch die Rationalisierung bedroht werden, so haben sie nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, wenn sie zu einem Krieg schüren, um eine Reform zu zerschlagen. Das geschieht heute, und Deutschland ist das auserkorene Opfer.«[4]

Links: Die große Depression Anfang der dreißiger Jahre traf vor allem die Bauernschicht besonders stark. Rechts: ROOSEVELTS >New Deal< erreichte bei weitem nicht die gesteckten Ziele. Die antideutsche Propaganda ging auch von London aus — hier Szene in der britischen Hauptstadt nach der Kriegserklärung der Zionisten.

Die Vorbereitungen zur Vernichtung Deutschlands begannen dann ja auch schon bald von London und Washington aus Mitte der dreißiger Jahre mit der gezielten Aufrüstung und der Propaganda gegen das Reich, das mit seinen bilateralen Vereinbarungen mit einer Reihe von Staaten das Goldsystem erfolgreich zu unterlaufen begonnen hatte.

In seinem Hauptwerk Die Entscheidungsschlachten der westlichen Welt[5] von 1954 weist FULLER, nun rückblickend, erneut in einem besonderen Kapitel auf die »Ursachen des Zweiten Weltkriegs« hin. Er stellt die von der des Westens abweichende deutsche Weltanschauung vor und urteilt dann: »Wenn nicht der Kampf zwischen den beiden Mythen — der Mensch als Wirtschaftsobjekt (im Westen, R. K.) oder als heldischer Mensch (in Deutschland, R. K.) — gesehen und verstanden wird, ist die Katastrophe, die die Welt 1939 erfaßt, nahezu unbegreiflich und das Zeitalter, das daraus hervorgeht, wenig mehr als ein Zufallsergebnis.«[6]

HITLER habe »Deutschland von den Fesseln des internationalen Zinskapitalismus zu befreien« versucht. Sein Standpunkt sei gewesen: »Solange das internationale Geldsystem auf dem Gold basiert, kann eine Nation, die sich Gold anzueignen vermag, anderen Ländern, die keines besitzen, ihren Willen aufzwingen. Dies kann durch Austrocknen des Währungsaustausches gelingen, wodurch ein Land gezwungen werde, Anleihen aufzunehmen und Zinsen zu zahlen, um am Handel teilzunehmen.«[7] Die Völker lebten aber nicht von dem festgesetzten Geldwert, sondern von der wirklichen Erzeugung. Diese sei im Gegensatz zu Gold die wirkliche Deckung des Geldes.

Deshalb habe der deutsche Reichskanzler beschlossen:

»1. Verbot fremder zinstragender Anleihen und Deckung der deutschen Währung allein durch Gütererzeugung statt durch Gold.

2. Importe werden durch direkte Warenlieferungen bezahlt — Tauschhandel —, und, wenn nötig, erfolgt eine Subventionierung des Exportes.

3. Abschaffung der sogenannten >Freiheit des Devisenhandels<, das heißt die Erlaubnis, mit Währungen zu spekulieren und private Vermögen je nach der politischen Situation von einem Land in das andere zu transferieren; und

4. eigenes, nur vom Staat garantiertes Notengeld neu in Umlauf zu bringen, wenn Menschen und Material für Arbeit und Produktionserweiterung zur Verfügung stehen, anstatt sich durch Geldanleihen bei Fremden zu verschulden.«[8]

Mit Recht stellt FULLER dann fest, daß dieses neue Wirtschaftssystem »eine glatte Kampfansage« an die internationale Finanzwelt war. Bei einem Erfolg würden die Geldverleiher »ihre Banken schließen können«. »Diese Währungspistole« sei vor allem auf die USA gerichtet gewesen, da sie fast den gesamten Goldvorrat der Welt besaß.

Die Hochfinanz habe bald reagiert: ROOSEVELT habe am 5. Oktober 1937 in Chicago seine berühmte >Quarantäne-Rede< gehalten. Der hohe amerikanische Finanzberater Bernard BARUCH habe bald darauf gegenüber General George C. MARSHALL geäußert: »Wir werden diesen Kerl HITLER vernichten. Er kommt nicht damit (mit seinem Tauschsystem) durch.«[9] Und am 9. März 1939 habe der polnische Botschafter aus London berichtet, daß der britische Parlamentarische Staatssekretär für den Überseehandel, HUDSON, ihm erklärt habe: »Die britische Regierung ist entschlossen, nicht einen einzigen europäischen Markt aufzugeben und ihre wirtschaftlichen Vorteile nicht zugunsten des Deutschen Reiches preiszugeben. … Heute führen wir Verhandlungen im wirtschaftlichen Bereich und zerschlagen das deutsche Tauschsystem.«[10]

In seinem Buch The Second World War schrieb FULLER 1948 rückblickend: »Nicht die politischen Lehren HITTERs haben uns in den Krieg gestürzt; Anlaß war der Erfolg seines Wachstums, eine neue Wirtschaft aufzubauen. Die Wurzeln des Krieges waren Neid, Gier, Angst.«

Zu einem ähnlichen Urteil sei der Militärhistoriker Sir Basil Henry LIDDELL HART, nach Hans Adolf JACOBSEN »einer der bedeutendsten Militärschriftsteller des 20. Jahrhunderts«,[11] gekommen: »Die Kriegführung hatte versucht, ein Abkommen zu treffen, wobei das Schicksal Polens und der kleinen Staaten keine wesentliche Rolle spielte, sondern daß es sich dabei um die Lösung Deutschlands vom Goldstandard gehandelt habe. Während des ganzen Telegrammkrieges (vom 3. September 1939 bis 10.Mai 1940, R. K.) fanden ausgedehnte Verhandlungen zwischen dem britischen und dem deutschen Auswärtigen Amt statt, in denen wir vorschlugen, die Feindseligkeiten einzustellen, sofern sich Deutschland bereit erklärt, zur Goldwährung zurückzukehren.«[12]

Der Zweite Weltkrieg wurde also von den Westmächten auch begonnen, um das herrschende, von London und New York kontrollierte ausbeuterische Weltwirtschaftssystem gegenüber dem neuen freiheitlicheren deutschen zu erhalten.

1971 wurde von US-Präsident Richard NIXON die Golddeckung des Dollars aufgehoben.

Rolf Kosiek


[1] F. C. FULLER, Der erste der Völkerbundskriege, Rowohlt, Berlin 1937.

[2] Ebenda, S. 299 f.

[3] ‚Ebenda, S. 298.

[4] Ebenda, S. 304.

[5] John Frederick Charles FULLER, Die Entscheidungsschlachten der westlichen Welt, Grabert, Tübingen 2004.

[6] Ebenda, S. 449 f.

[7] Ebenda, S. 450 f.

[8] Ebenda. S. 451.

[9] Ebenda.

[10] Ebenda.

[11] Hans Adolf JACOBSEN, im Vorwort zu LIDDELL HART, Geschichte des Zweiten Weltkrieges, Econ, Düsseldorf – Wien 1972, S. 7.

[12] Persönliche Mitteilung an den Verfasser.

aus: Der Große Wendig 4, Nr. 763

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