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Fälschungen

Spiegel fälscht zum 1. September 2009

Zum 70. Jahrestag des Beginns des Polenfeldzuges brachte der Spiegel[1]  einen Titelbericht. Dieser enthält viele falsche oder einseitig verzerrte geschichtliche Behauptungen, von denen nachfolgend einige richtiggestellt seien.

Schon die beiden Überschriften auf der Titelseite entsprechen nicht den historischen Tatsachen: Der Zweite Weltkrieg war nicht »Der Krieg der Deutschen«. Eher traf Sven HEDINS Urteil zu: »Dieser Krieg wird in die Geschichte eingehen als der Krieg des Präsidenten ROOSEVELT.«[2] Oder es war der Krieg CHURCHILLS, weil dieser alle Friedensangebote ablehnte. Auch die Unterüberschrift: »1939: Als ein Volk die Welt überfiel«, trifft nicht zu und verzerrt die Geschichte. Deutschland hat nicht die Welt überfallen. Richtig ist, daß fast alle Staaten der Erde von London und Washington veranlaßt wurden, den Deutschen, die lediglich seit längerem untragbare Zustände in Polen zu bereinigen versuchten, den Krieg zu erklären, ohne von ihm im geringsten bedroht oder angegriffen zu sein.

Auf der ersten Seite des Berichts[3] ist in der Unterüberschrift von »dem deutschen Überfall auf Polen« zu lesen. Daß es sich nicht um einen unprovozierten und überraschenden Überfall auf ein friedliches Volk handelte, beweist allein schon die Tatsache, daß Polen bereits zwei Tage vor dem 1. September 1939 die Generalmobilmachung erließ, praktisch eine Kriegserklärung, nachdem die Teilmobilisierung schon seit März 1939 bestand.

Nicht »mit dem deutschen Überfall auf Polen begann vor 70 Jahren der Zweite Weltkrieg«, sondern mit Englands und Frankreichs Kriegserklärung an das Deutsche Reich vom 3. September 1939 oder mit dem Schießbefehl ROOSEVELTS auf deutsche Schiffe vom Sommer 1941 und mit dem Kriegseintritt der USA am 11. Dezember 1941. Die Polen waren nur als Auslöser von England mit dann gebrochenen Versprechungen zur Ablehnung aller deutschen Vorschläge in den Krieg gehetzt worden.

Titelbild der Spiegel-Ausgabe Nr. 35 vom 24. August 1939.

Es heißt dann auf der folgenden Seite:[4] »Nur eine Option taucht im wirbelnden Gedankenkosmos des Adolf HITLER nicht auf: dauerhafter Frieden.« Das ist falsch. Richtig ist, daß HITLER bis zuletzt den Frieden zu bewahren versuchte, mehrmals den Angriffstermin für Polen verschob, als neue Verhandlungen möglich erschienen, und nach dem Sieg über Polen wie über Frankreich annehmbare Friedensvorschläge gegenüber England machte.

Auf S. 60 heißt es: »SS-Männer in polnischer Uniform haben zuvor Grenzzwischenfälle inszeniert.« Das war damals gar nicht mehr nötig, nachdem seit Frühjahr 1939 immer wieder Volksdeutsche im Grenzgebiet von Polen überfallen und ermordet worden waren und Tausende von Flüchtlingen vor den polnischen Gewalttätigkeiten über die Grenze ins Reich geflohen waren. Selbst die auf deutscher Seite an der Grenze woh­nenden Menschen waren nicht vor polnischen Überfällen sicher.

Auf derselben Seite steht: »Das von HITLER entfesselte Inferno bringt eine in der Geschichte der Menschheit nie gesehene Eskalation der Ge­walt mit sich. Rund sechzig Millionen Tote sind danach zu beklagen dar­unter über die Hälfte Frauen, Kinder und Alte.« Damit wird wieder der Eindruck erweckt, als ob HITLER den Zweiten Weltkrieg verursacht habe und für die Opfer verantwortlich sei. Der Weltkrieg wurde in London und Washington ausgelöst, die Alliierten — so CHURCHILL am 23. Februar 1944 — riefen zum gnadenlosen Partisanenkrieg auf und führten den grausamen Bombenterror durch, die beide die Zivilbevölkerung nicht schonten.

Auf Seite 62 wird angegeben, daß 1935 GÖRING das Bestehen einer deutschen Luftwaffe bekanntgab und HITLER die Wehrpflicht verkünde­te — »beides glatte Brüche des Versailler Vertrags, der eine weitgehende Abrüstung Deutschlands festlegte«. Das ist einseitig verzerrt, weil ver­schwiegen wird, daß vorher die Alliierten den Versailler Vertrag gebro­chen hatten, weil sie nicht nur nicht die darin zugesagte eigene Abrü­stung durchgeführt, sondern mächtig aufgerüstet hatten.

Spiegel-Illustration zum Anschluß Österreichs, dem »Gangsterstück«, mit der Legende: »Propagandachef Goebbels mit Verehrerinnen in Graz 1938: >Der Führer ist wunderbar<.«

Auf S. 64 wird der Anschluß Österreichs als »ein Gangsterstück« be­wertet. Dabei war er eine Erfüllung des den Österreichern lange vorent­haltenen Selbstbestimmungsrechtes und wurde anschließend in einer Volksabstimmung am 10. April 1938 von den Men­schen in Österreich mit 99,72 Prozent und im Reich mit 99,02 Prozent — und damit fast einstim­mig — abgesegnet. Daß die Alliierten nichts dage­gen unternahmen, zeigt auch die Berechtigung dieses Schrittes.

Schlecht recherchiert: Die Abbildung »Kriegsopfer auf der Krim 1942: >Natürlich ist der Krieg rausam geführt worden.<« stammt in Wirklichkeit aus dem Ersten Weltkrieg.

Auf derselben Seite wird ferner behauptet, »HENLEINS neue Sudetendeutsche Partei übernahm es, immer neue Zwischenfälle zu provozieren«. Auch dazu war es nach den mehr als fünfzehn Jahren der Unterdrückung der Sudetendeutschen durch BENESCH gar nicht mehr nötig. Die Provokationen gingen von Prag aus.

Bei der Behandlung des Einmarsches in Prag am 15. März 1939 werden auf Seite 67 der vorangehende Zerfall der Tschechoslowakei von innen heraus mit der Selbständigkeitserklärung der Slowakei am 14. März 1939 und der Besuch HACHAs in Berlin — aus freiem Willen und auf Empfehlung der Engländer — gar nicht erwähnt. Damit wird das Wesentlichste, der freie Entscheid und die Zustimmung des tschechischen Staatspräsidenten, unterschlagen.

Auf der Seite 69 wird die lange schon als falsch bekannte Zahl der polnischen Kriegsopfer mit 6 Millionen angegeben, obwohl es in Wirklichkeit weniger als die Hälfte dieser Zahl waren.

Im nachfolgenden Interview Richard VON WEIZSÄCKERS wird auf Seite 71 ein eindrucksvolles Bild unter Toten suchender Russen geboten mit der Unterschrift: »Kriegsopfer auf der Krim 1942: >Natürlich ist der Krieg grausam geführt worden.«< Doch das Bild stammt aus dem Ersten Weltkrieg von 1917, wie die Fotoredaktion von Die Welt am Sonntag 1989 einem fragenden Leser versicherte.[5]

Rolf Kosiek


[1] Der Spiegel, Nr. 35, 24. 8. 2009, S. 58-69.

[2] Sven HEDIN, Ohne Auftrag in Berlin, Internationaler Universitätsverlag, Tübingen 1950, S. 279 ff.

[3] Der Spiegel, aaO. (Anm 1), S. 58.

[4] Ebenda, S. 59.

[5] »Einspruch: Fälschung!« in: National-Zeitung, 4. 9. 2009, S. 1.

[3] Siehe Beitrag Nr. 837, »Der Massenmord von Swinemünde«, Bd. 4, S. 509-513.

Quelle: Der Große Wendig 4, Nr. 731 (Download)

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