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Darwin und …

Darwin und der Nationalsozialismus

Bei gegenwärtigen Betrachtungen des Nationalsozialismus in Massenmedien wird häufig sein angeblicher Rassismus und Biologismus erwähnt und dieser dann bis auf Charles DARWIN zurückgeführt (Sozialdarwinismus). Das geschah besonders im >Darwin-Jahr< 2009, als der 200. Geburtstag des großen Biologen und der 150. Jahrestag des Erscheinens seines wichtigsten Werkes, Über die Entstehung der Arten, begangen wurden.[1]

Doch diese Zuordnung ist falsch. Richtig ist, daß sich die Nationalso­zialisten kaum je auf DARWIN bezogen. Sie legten ihrer Ideologie weniger die auf DARWIN zurückzuführenden biologischen Begründungen zugrun­de, sondern eher kulturelle, wie sie auf GOBINEAU und SPENCER zurück­gehen.

Das sieht man besonders deutlich, wenn man die Schriften führender Theoretiker oder Ideologen des Nationalsozialismus und Werke angese­hener Verfasser über HITLER und seine Partei betrachtet.

Für die folgende Aufstellung wurden die Personenverzeichnisse und Register des jeweiligen Werkes herangezogen, Bücher ohne solche Ver­zeichnisse wurden nicht berücksichtigt. So wird Charles DARWIN nicht ein einziges Mal erwähnt in:

Adolf HITLER, Mein Kampf Eher, Münchenl 925/27, 782 Seiten,

Adolf HITLER, Hitlers Zweites Buch, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1961, 228 Seiten,

Alfred ROSENBERG, Der Mythos des 20. Jahrhunderts, Hoheneichen, Mün­chen 1930, 712 Seiten,

R. Walther DARRE, Das Bauerntum als Lebensquell der Nordischen Rasse, J. F. Lehmanns, München 1929, 475 Seiten,

R. Walther DARRE, Um Blut und Boden, Eher, München 1939, 598 Seiten, Albert SPEER, Erinnerungen, Propyläen, Frankfurt/M.—Berlin 1969, 610 Seiten,

Hans WAGNER, Taschenwörterbuch des Nationalsozialismus, Quelle & Meyer, Leipzig 1934, 294 Seiten,

Hans Bernd GISEVIUS, Adolf Hitler, Bertelsmann, Gütersloh o. J, 565 Sei­ten.

Auch wichtige Bücher über HITLER, seine Bewegung und sein Programm erwähnen DARWIN überhaupt nicht in ihren Verzeichnissen, so:

Henry PICKER, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier, Seewald, Stutt­gart 1963, 548 Seiten,

Werner JOCHMANN (Hg.), Adolf Hitler, Monologe im Führerhauptquartier  1 941— 1944, Heyne, München 1980, 496 Seiten, Joachim C. FEST, Hitler, Ullstein, Frankfurt/M.—Berlin 1987, 1087 Seiten, Andreas HTLLGRUBER, Die Zerstörung Europas, Propyläen, Frankfurt/M.­Berlin 1988, 380 Seiten,

Ernst NOLTE, Die Deutschen und ihre Vergangenheit, Propyläen, Frankfurt/ M.—Berlin 1995, 237 Seiten,

Peter LONGERTCH, Hitlers Stellvertreter, Saur, München 1992, 283 Seiten, Ronald SMELSER u. Rainer ZITELMANN, Die braune Elite, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, 323 Seiten,

Rainer ZITELMANN, Hitler, Klett-Cotta u. Berg, Hamburg 1987, 485 Sei­ten,

Nicolaus VON BELOW, Als Hitlers Adjutant 1937-1945, von Hase & Koeh­ler, Mainz 1980, 446 Seiten,

Carl Vincent KROGMANN, Es ging um Deutschlands Zukunft, Druffel, Leoni 1976, 372 Seiten,

Hans Severus ZIEGLER, Adolf Hitler aus dem Erleben dargestellt, Schütz, Göt­tingen 1965, 300 Seiten,

Hermann GIESLER, Ein anderer Hitler, Druffel, Leoni 1977, 526 Seiten, Adolf VON THADDEN, Adolf Hitler, Deutsche Verlagsgesellschaft, Rosen­heim 1991, 248 Seiten,

Werner MASER, Die Frühgeschichte der NSDAP, Athenäum, Frankfurt/M.­Bonn 1965, 524 Seiten,

David IRVING, Hitlers Weg zum Krieg, Herbig, München1978, 529 Seiten, Thomas RÖDER u. Volker Kumuzs, Die Männer hinter Hitler, Pi, Malters 1994, 360 Seiten,

Erich KERN, Adolf Hitler und das Dritte Reich, Schütz, Pr. Oldendorf 1971, 466 Seiten,

Erich KERN, Adolf Hitler und der Krieg, Schütz, Pr. Oldendorf 21973, 462 Seiten,

Willi KRÄMER, Vom Stabe Heß zu Dr. Goebbels, Volkstum und Zeitgeschichts­forschung, Vlotho 1979, 429 Seiten.

Ein einziges Mal taucht der Name >Darwin< auf zum Beispiel in:

R. Walther DARRE, Neuadel aus Blut und Boden, J.F. Lehmanns, München 1930, 231 Seiten,

Hans F. K. GÜNTHER, Rassenkunde des deutschen Volkes, J. F. Lehmanns, München 1924, 506 Seiten,

Günther SCHOLDT, Autoren über Hitler, Bouvier, Bonn 1993, 1012 Seiten, Erich KERN, Adolf Hitler und seine Bewegung, Schütz, Göttingen 1970, 394 Seiten,

Ernst NOLTE, Streitpunkte, Propyläen, Berlin-Frankfurt/M. 1993, 493 Sei­ten.

Rolf Kosiek


[1] Z. B. Rainer Hank, »Der Markt ist gnadenlos«, in: Frankfurter Allgemei­ne Sonntagszeitung, 8. 2. 2009, S. 36 f.

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