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Erich Fromm

Legende um Hitler: »Kalt, nekrophil und destruktiv« — Erich Fromms psychoanalytische Interpretation Hitlers

Die Anhänger des marxistischen Psychoanalytikers Erich FROMM, der ein maßgeblicher Vertreter der sogenannten Faschismustheorie der >Frankfurter Schule< war, halten dessen Schrift Anatomie der menschlichen Destruktivität für ein »Meisterwerk der Psychoanalyse«. Bei der Lektüre würde der Leser »ein Gespür für die feine Grenze zwischen lebensbejahendem und lebensverneinendem Verhalten in seiner Umwelt« entwickeln. In seiner »einzigartigen Art des Schreibens«, so behaupten seine Anhänger, würde FROMM »menschliche Aggression und Destruktivität aus zahlreichen Perspektiven« behandeln. FROMM versuche, mutmaßliche Ursachen menschlicher Gewalttätigkeit aufzudecken. Destruktivität oder Grausamkeit definiert er als »bösartige Aggression«, also die spezifisch menschliche Leidenschaft, zu zerstören und absolute Kontrolle über ein Lebewesen auszuüben.[1] Es überrascht nicht, daß FROMM als einer der Verantwortlichen der den Deutschen verordneten Psychoanalyse als Mittel der Umerziehung[2] obligatorisch die Brücke zum personifizierten Bösen schlechthin schlägt: zu Adolf HITLER, den er »kalt und mitleidlos« nennt und dem er einen »destruktiven Charakter« bescheinigt.

Erich FROMM. Er setz­te sich für die »Über­nahme der von den USA den Deutschen verordneten Psycho­analyse als Mittel der Umerziehung« (Rolf KOSIEK) ein.

Im Zentrum seiner Beurteilung, die weitgehend Sigmund FREUDS Konzept der Psychoanalyse folgt, steht die These, daß HITLER ein unreifer, selbstbezogener Träumer gewesen sei, der seinen kindlichen Narzißmus nicht überwunden und »die Erniedrigungen«, denen er infolge seiner »mangelnden Realitätsanpassung« ausgesetzt gewesen sei, mit Zerstörungslust (»Nekrophilie«) zu bewältigen versucht habe. Traditionell versteht man unter >Nekrophilie< das abartige, auf Leichen gerichtete sexuelle Triebverlangen oder die sexuelle Leichenschändung.[3] FROMM überträgt den Begriff auf eine bestimmte Charakterstruktur. Auffällig an Nekrophilen sei, FROMM zufolge, eine Vorliebe für schlechte Gerüche — ursprünglich für den Geruch von verfaulendem oder verwesendem Fleisch. Oftmals gehe Nekrophilie eng mit einer Vergötterung der Technik einher. Ganz unter dem Einfluß von Sigmund FREUD stehend, behauptet FROMM, daß Männer, die es als Kind nicht geschafft hätten, eine emotionale oder auch erotische Beziehung zu ihrer Mutter aufzubauen, im Extremfall autistisch würden. In weniger extremen Fällen könne daraus eine Wurzel der Nekrophilie werden: Sie würden nicht von der lebendigen Mutter oder von der Mutter ähnelnden lebendigen Frauen erotisch angezogen, sondern von einem Mutterersatz, einem »abstraktem Symbol«, wie Heimat, Blut oder Rasse.

Für FROMM ist HITLER »ein klinischer Fall von Nekrophilie«. HITLER habe als Kind und Jugendlicher lieber in einer Phantasiewelt gelebt, als sich beispielsweise für die Realschule anzustrengen. Sein »Scheitern« in der Realschule wie auch später bei der Aufnahmeprüfung der Wiener Kunstakademie, so FROMM, habe HITLER ausschließlich einer ihm angeb­lich feindlich gesinnten Mitwelt angelastet, der er dafür die unversöhn­lichste Rache geschworen habe. Es sei ihm unmöglich gewesen, seinen eigenen Anteil am »Versagen«, vor allem »seine Faulheit«, zu erkennen. Er habe sich von seiner Mutter finanzieren lassen und »als Dandy« in den Tag hineingelebt, bis das Geld verbraucht war und er in die Obdachlo­sigkeit abrutschte. Erst jetzt, in äußerster Not, habe er sich zu einer Ar­beit »bequemt« und Kunstpostkarten gemalt und verkauft. Entspricht diese psychoanalytische Interpretation dem tatsächlichen Charakter Adolf HITLERS, und verläuft sie folgerichtig zu den historischen Tatsachen?

Für seine >Forschungsarbeit< wählte FROMM, der Handhabe unter der Mehrheit etablierter Historiker nicht unähnlich, ausschließlich Quellen, die seine Thesen und Hypothesen zu unterstützen scheinen. Hierbei ist er sich nicht zu schade, Quellen »nicht selten gewaltsam manipulierend und instrumentalisierend«[4] zu verwerten — also zu fälschen. Entsprechend vernichtend fällt das Urteil des im Gegensatz zu FROMM wissenschaftlich arbeitenden Historikers Werner MASER aus: Bei HITLER, dessen Karriere nach FROMMs Auffassung »nur durch die sozialpolitische Situation ermöglicht worden sei, setzte er voraus, daß man es nicht mit dem Verhal­ten, sondern dem Charakter zu tun habe, den er — je nach Bedarf — unter Weglassung wesentlicher Aspekte und zwingender Kriterien logisch ent­schlüsseln zu können vorgab«.[5] Heraus kommt dabei, um es mit den Worten MASERS festzuhalten, »drastische Geschichtsfälschung«.

So behauptet FROMM, der junge Adolf HITLER habe »ziellos in den Tag hineingelebt« und seine im Januar 1907 operierte krebskranke Mutter allein gelassen, als es darauf angekommen sei, sie zu pflegen. Für FROMM war HITLER ein schmarotzender Taugenichts, den weder seine Umwelt noch seine Zukunft interessierte.

Zeitzeugen haben HITLER jedoch anders erlebt, als FROMM es wahr haben will. HITLERS Jugendfreund August KUBIZEK hat überliefert, daß HITLER bereits als Fünfzehnjähriger unbeirrbar konsequent gewesen sei, wenn es um seine Zukunft als Maler und Architekt ging. Mehr noch, als das auffallendste Kennzeichen im Charakter seines Jugendfreundes sah KUBIZEK »die unerhörte Konsequenz in allem«, was HITLER »sprach und was er tat«.[6] Als Achtzehnjähriger habe Adolf HITLER seine kranke und von ihm geliebte Mutter mit innigster Liebe umsorgt und gepflegt. Für FROMM ist diese Zeugenaussage, die seiner vorgefaßten Meinung eklatant widerspricht und damit auch seine »Forschungsergebnisse« ad absurdum stellt, schlichtweg unglaubwürdig. Nach dem Motto >Was nicht sein darf; kann nicht sein<, klittert er seine eigene Welt zurecht: »HITLER dürfte auch bei dieser Gelegenheit wie üblich versucht haben, das Beste aus der Si­tuation zu machen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.«[7] Dabei ist die Fürsorge HITLERS für seine Mutter zweifelsfrei dokumentiert.

Aus der Ehe von Alois und Klara HITLER, den Eltern Adolf HITLERS, waren sechs Kinder hervorgegangen, von denen allerdings nur zwei (Adolf und Paula) länger als sechs Jahre am Leben blieben. Obgleich die Kindersterblichkeit Ende des 19. Jahrhunderts im deutschen Kulturraum immer noch eine verheerende Ernte einfuhr, wäre es falsch, aus der Häufigkeit des Kindstodes schließen zu wollen, daß der Tod eines Kindes für die betroffenen Eltern damals weniger traumatisch gewesen sein soll, als er es heute ist. Es ist deshalb davon auszugehen, daß Mutter Klara ein ganz besonders inniges Verhältnis zu ihren beiden überlebenden Kindern hatte und daß dieses Verhältnis auf Gegenseitigkeit beruhte. Dies gilt umso mehr, als sie seit 1903 verwitwet war.

Von links: HITLERS Mutter Klara, HITLER als Jugendlicher, HITLERS Schwester Paula.

Im Januar 1907 wurde bei Adolf HITLERS Mutter Klara Brustkrebs diagnostiziert, weswegen ihre linke Brust abgenommen werden mußte. Während ihres Krankenhausaufenthaltes wurde sie jeden Tag von ihrem Sohn besucht.[8] Im Februar wurde sie als »geheilt« entlassen und war zu­nächst imstande, wieder ihren Haushalt zu führen. Ihr Sohn konnte (des­halb?) wieder nach Wien gehen. Die >Heilung< erwies sich jedoch als Trug­schluß. Im November 1907 sollte für Mutter Klara »die schlimmste Phase« der Krankheit eintreten, »die nach qualvollem Leiden zu ihrem Tod führ­te«. In dieser schweren Stunde stand Sohn Adolf, aus Wien wieder zu­rückgekehrt, seiner Mutter bei, »und zwar mit einer Bedingungslosig­keit«, die von Liebe, Hingabe und Zärtlichkeit zeugte.[9] August KUBIZEK beschreibt seinen Jugendfreund in dieser Zeit mit den Worten: »Adolf hat seine Mutter sehr geliebt. Ich kann es vor Gott und der Welt bezeu­gen. Ich erinnere mich in all der Zeit an viele Anzeichen und Anlässe, an denen er diese Liebe zu seiner Mutter zum Ausdruck brachte, am tief­sten, ja wahrhaft ergreifend in der Zeit ihrer Todeskrankheit. Kein einzi­ges Mal, daß er von seiner Mutter anders als in tiefer Liebe gesprochen hätte. Er war ein guter Sohn.«[10]

HITLERS Jugendfreund August KUBIZEK.

Seine aufrichtige Liebe zu seiner Mutter befähigte Adolf HITLER, für ihn ungewohnte und bis dahin gering geschätzte häusliche Verrichtun­gen gut auszuführen. Im November 1907 überraschte ihn sein Jugend­freund August zu Hause, als er am Boden kniend in einer blauen Arbeits­schürze den Küchenboden schrubbte. Auch die Wohnungseinrichtung hatte der Heranwachsende umgestellt: »Das Bett der Mutter stand jetzt in der Küche, weil diese tagsüber geheizt wurde, so daß die Kranke [es] stets warm hatte. Die Küchenkredenz hatte Adolf ins Wohnzimmer ge­schoben und auf den dadurch freigewordenen Platz die Ottomane hinge­rückt, auf der er schlief. So konnte er auch nachts immer in der Nähe der Mutter sein.«[11] Selbst das Kochen übernahm Adolf HITLER, offenbar mit Erfolg. Immerhin bereitete er täglich die Lieblingsgerichte der Mutter zu. Adolf las seiner Mutter jeden Wunsch von den Augen ab und war, wie August KUBIZEK es ausdrückt, auf das zärtlichste um sie bemüht. »Ich hat­te diese sich so liebevoll einfühlende Zärtlichkeit noch niemals an ihm ent­deckt. Ich glaubte, meinen Augen und Ohren nicht trauen zu können. Kein schroffes Wort mehr, keine unwillige Äußerung, kein heftiges Hervorkeh­ren des eigenen Standpunktes. Er hatte sich in diesen Wochen völlig selbst vergessen und lebte nur in der aufopfernden Sorge um die Mutter.«[12]

Diese Einschätzung wird auch von einer weiteren kompetenten Seite bestätigt, dem ehemaligen jüdischen Hausarzt der Familie HITLER, Eduard BLOCH, der seinerzeit HITLERS Mutter behandelt hatte. Doktor BLOCH setzte dreißig Jahre später ein Memorandum auf, das für FROMM allerdings ein zu ignorierendes zeitgeschichtliches Dokument ist, da es »ohnehin nur« für die »Nazibehörden« geschrieben worden sei. Dieser Behauptung wurde jedoch 1978 von BLOCHS leiblicher Tochter, Trude KREN, ausdrücklich widersprochen. Doktor BLOCH schrieb im November 1938, daß er sich an Adolf HITLER als »braven, musterhaften Sohn« erinnere, »der in so inniger Liebe und Fürsorge an seiner teuren Mutter gehangen« habe, »wie man sie nur in ganz ausnahmsweisen [!] Fällen in diesem Erdenwalten findet. Ein so innig liebender Sohn kann nur ein Mensch mit grundgütigem Empfinden sein!«[13] HITLER selbst hat in seinen auto­biographischen Aufzeichnungen in Mein Kampf seine Gefühle für seine Mutter in einfache, aussagekräftige Worte gefaßt: »Ich hatte den Vater verehrt, die Mutter jedoch geliebt.«[14] An der Aufrichtigkeit dieser Aussa­ge besteht angesichts seines Verhaltens gegenüber seiner Mutter kein Zweifel.

Links: Das Haus in Leonding, in dem die Familie HITLER bis zum Tod des Vaters Alois 1903 wohnte. Danach zog die Wit­we mit ihren beiden Kindern nach Linz, Humboldtstraße 31. Rechts: Der Hausarzt der Familie HITLER, Dr. Eduard BLOCH. Beide Abbildungen aus: Dirk BAVENDAMM, Der junge Hitler, Ares, Graz 2009.

FROMM unterstellt HITLER, in der Schule versagt, in den Tag hineingelebt und sich von seiner Mutter ausgehalten lassen zu haben. Diese Unterstellung ist oberflächlich und falsch: In Wirklichkeit »war dieser Abschnitt seines Lebens von rastloser Tätigkeit erfüllt. Er zeichnete, er malte, er dichtete, er las. Ich kann mich nicht erinnern, daß Adolf einmal nichts zu tun gehabt hätte oder nur eine Stunde hindurch Langeweile empfand«, erinnert sich August KUBIZEK. HITLER häufte in jener Zeit »mit unerhörter Energie Eindrücke, Erfahrungen und Material um sich auf. Was daraus einmal werden würde, blieb offen. Er suchte nur, er suchte überall und immer. Dabei hatte Adolf einen Ausweg gefunden, um der Mutter zu beweisen, wie zwecklos ein weiterer Schulbesuch für ihn gewesen wäre. Er bewies es — typisch für seine Art, die Probleme aufzufassen! —, indem er der Mutter die Zwecklosigkeit des Schulsystems an sich bewies. >Lernen kann man viel besser allein!< erklärte er ihr. Er wurde Mitglied der Bücherei des Volksbildungsvereines. . . trat dem Musealverein bei und entlehnte auch dort Bücher. Außerdem benützte er die Leihbücherei der Buchhandlungen Steurer und L. Haßlinger. Von diesem Zeitpunkt an sehe ich Adolf in meiner Erinnerung nie mehr anders als von Büchern umgeben. . . Jetzt war plötzlich alles an ihm da, was ihm in der Schule gefehlt hatte, der Fleiß, das Interesse, die Freude am Lernen. Er hatte die Schule, wie er sagte, mit ihren eigenen Mitteln geschlagen!«[15]

Wer sein Leben der Kunst geweiht hatte, berichtet KUBIZEK kundig weiter, »konnte nur in Wien seine Fähigkeiten entfalten; denn in dieser Stadt konzentrierten sich die vollkommenen Leistungen auf allen Ge­bieten der Kunst«.[16] Das Burgtheater, die Wiener Philharmoniker, die Oper, die Museen mit ihren unermeßlichen Kunstschätzen, die Bilder­galerien, die Hofbibliothek — alles unerhörte Möglichkeiten, sich geistig selbst zu bereichern und fortzubilden. Diese Gelegenheiten ergriff HIT­LER beim Schopf. Allein seine Lieblingsoper Lohengrin sah er mindestens zehnmal.[17] Auch Sitzungen im Parlament besuchte er öfters und verfolg­te die Vorgänge mit höchster Konzentration — jeweils gut vorbereitet und mit einer Tagesordnung ausgerüstet.[18]

FROMMS analytischer Charakterisierung HITLERS zufolge sei der späte­re Reichskanzler nekrophil und destruktiv gewesen. Er habe also einen deutlichen Hang zum Perversen und Zerstörerischen gehabt. Das Ge­genteil ist wahr. In jener Zeit schrieb der junge HITLER sehr viel — vor­nehmlich verfaßte er Theaterstücke, vorwiegend Dramen, deren Stoff er aus der germanischen Sagenwelt oder der deutschen Geschichte entnahm. Und da »er zeichnerisch weniger im Figürlichen als im Architektonischen begabt war, zeichnete er berühmte Wiener Bauwerke, mit Vorliebe die Karlskirche, das Parlament, die Kirche Maria am Gestade und ähnliche Motive, und verkaufte diese sehr sauber und exakt ausgeführten, mit der Hand kolorierten Zeichnungen, wo sich hierzu eine Gelegenheit fand«.[19]

August KUBIZEK berichtet an vielen Stellen seiner HITLER-Biographie von der »Begeisterung für das Schöne« seines Jugendfreundes: »Wenn wir vor einem so prächtigen Kunstwerk, wie dem Stift St. Florian, standen, … konnte Adolf im Feuer der Begeisterung ganz aus sich herausgehen.«[20]

»Die Karlskirche in Wien«, 1912 ent­standenes Aquarell Adolf HITLERS.

Nirgends offenbarte sich die unbeirrbare Konse­quenz seines Wesens so überzeugend wie auf dem Ge­biet des architektonischen Planens von Gebäuden und Brücken: »Was für den Fünfzehnjährigen Plan war, führ­te der Fünfzigjährige aus, oftmals zum Beispiel beim Plan für die neue Donaubrücke, so im Einzelnen ge­treu, als lägen nicht Jahrzehnte, sondern nur wenige Wochen zwischen Plan und Ausführung.« Dies geschah August KUBIZEK zufolge »mit so unheimlicher Folge­richtigkeit«, als wäre es schon für den Fünfzehnjähri­gen ganz selbstverständlich gewesen, eines Tages die notwendigen Mittel zur Verfügung zu haben, die Pläne in die Tat umzusetzen. Beispielsweise stimmten die Plä­ne über den Ausbau seiner Heimatstadt Linz, die der damals unbekannte Jüngling schuf, »bis ins Einzelne mit der nach dem Jahre 1938 einsetzenden Stadtplanung«[21]überein. Der un­geheure architektonische Ideenreichtum Adolf HITLERS, seine Schöp­fungskraft, seine unbändige Energie, jene Ideen in die Praxis umzuset­zen, ist Jahrzehnte später eindrucksvoll von HITLERS Architekten Hermann GIESLER dokumentiert worden.[22]

Alles in allem muß zusammengefaßt werden: Die Behauptungen des Psychoanalytikers FROMM sind, wie die geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen belegen, ebenso einseitig wie unbegründet. FROMMS Ver­such, das Wesen Adolf HITLERS psychoanalytisch zu erklären, ist weder von biographischem noch von wissenschaftlichem Wert. Geschichte ist eben nicht, wie Werner MASER zusammenfaßt, »durch Mutmaßungen über Kindheitserlebnisse und geheime Obsessionen vornehmlich toter histo­rischer Gestalten zu erklären«. Weder kann Psychoanalyse ein Instru­ment der methodischen Forschung sein, noch ist die Psychologie in der Lage, die historischen Forschungsmethoden zu ersetzen. Die Geschich­te ist »kein Zauberland für phantasierende Kliniker«.[23]

Claus Nordbruch


[1] https://www.amazon.de/Anatomie-menschlichen-Destruktivit%C3%A4t-Erich-Fromm/dp/3499170523

[2] Vgl. Rolf KOSIEK, Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen, Ho­henrain, Tübingen ‚2005, S. 38.

[3] Vgl. Duden Fremdwörterbuch, Mannheim—Wien—Zürich 1960.

[4] Werner MASER, Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin,. Olzog, München 2004, S. 99.

[5] MASER, ebenda, S. 99.

[6] August KUBIZEK, Adolf Hitler, mein Jugendfreund, Stocker, Graz—Stuttgart 41975, S. 44.

[7] Erich FROMM, Anatomie der menschli­chen Destruktivität, Stuttgart 1974, S. 343.

[8] Vgl. KUBIZEK, aaO. (Anm. 6), S. 135.

[9] Dirk BAVENDAMM, Derjunge Hitler, Ares, Graz 2009, S. 166 f.

[10] KUBIZEK, aaO. (Anm. 6), S. 45. Siehe auch S. 127.

[11] KUBIZEK, ebenda, S. 139.

[12] KUBIZEK, ebenda, S. 139 f.

[13] Eduard BLOCH in seinem Schreiben an den Beauftragten der Wiener Dienststelle des Zentralarchivs der NSDAP BLEIBTREU im November 1938. Faksimile-Wiedergabe in: MASER, aaO. (Anm. 4), S. 104 f.

[14] Adolf HITLER, Mein Kampf (Volksausgabe), München 111932, S. 16.

[15] KUBIZEK, aaO. (Anm. 6), S. 182 ff. u. S. 188.

[16] Ebenda, S. 129.

[17] Ebenda, S. 196.

[18] Ebenda, S. 242 f.

[19] ‚Ebenda, S. 184 f.

[20] Ebenda, S. 35 f.

[21] Ebenda, S. 100 f. Siehe auch S. 214f.

[22] Vgl. Hermann GIESLER, Ein anderer Hitler, Druffel, Leoni 51982.

[23] MASER, aaO. (Anm. 4), S. 108.

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