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Rassismus?

Kabinenklatsch
Alles Lüge
Ronald Berthold

Was für ein Skandal! Erstmals mußte in Deutschland ein Profi-Fußballspiel wegen Rassismus abgebrochen werden. In der Drittliga-Partie zwischen dem MSV Duisburg und VfL Osnabrück war am 19. Dezember nach 33 Minuten Schluß. Das Spiel bekam das Etikett „Die Schande von Duisburg“. Doch nun steht fest: Es gab weder eine Beleidigung gegen VfL-Profi Aaron Opoku noch die behaupteten Affenlaute. Die Polizei hat den Fall ausermittelt. Alles Lüge!

Die Schande von Duisburg

Schon damals fragte ich mich, ob es ausreicht, ein Spiel abzubrechen, wenn ein einziger Zuschauer ruft: „Du Affe kannst doch sowieso keine Ecke schießen!“ Wer jemals auf einem Fußballplatz war, weiß, daß das zu den harmlosen Pöbeleien gehört. Gut, hier sollte ein Schwarzer gemeint gewesen sein. Aber Spielabbruch? Opoku sagte, er sei psychisch nicht mehr imstande weiterzuspielen. Beide Mannschaften sowie die Schiris schlossen sich an und gingen in die Kabinen. Wer will schon sagen: „Schneeflöckchen, hab dich nicht so! Mach weiter!“? Der wäre der nächste Rassist. Da läßt man sich doch lieber für seine „Zivilcourage“ feiern.

„Schneeflöckchen, hab dich nicht so! Mach weiter!“

Doch schon damals war klar: Opoku trat gar nicht an, um den Eckball zu treten, sondern sein Mitspieler Florian Kleinhansl – ein weißer, urdeutscher Mann. Und den hatte der Fan gemeint, wie die Polizei anhand von Videos und Zeugenaussagen festgestellt hat. Ja, auch Deutsche beschimpfen sich manchmal gegenseitig als Primaten. Oliver Kahn kann ein Lied davon singen. Bei jedem Auswärtsspiel flogen seinerzeit Bananen in seinen Strafraum, und die gegnerischen Fans machten Affenlaute. Wenn jedesmal abgebrochen worden wäre, hätten die Bayern nur die Hälfte aller Spiele bestritten.

Quelle: © JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. KG – www.jungefreiheit.de   Ausgabe 05-22 28.01.22

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