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Carl Troll

CARL TROLL — NATURFORSCHER UND GEOGRAPH

ERDKUNDE, Band 30, Heft 1, FERD.DÜMMLERS VERLAG/BONN, März 1976

Von WILHELM LAUER

Am Abend des 21. Juli 1975 hat Carl Troll das Leben dieser Welt verlassen. Mit ihm ist ein großer Naturforscher und faszinierender Hochschullehrer, ein Gelehrter von Weltruf von uns gegangen. Er starb an einem Herzversagen, ermüdet von der Rastlosigkeit eines von zähem Fleiß und großer Schaffensfreude geprägten Lebens. Ein Gelehrter, dessen Arbeitsfeld die ganze Erde war und dem es durch eine hervor­ragende Fähigkeit zur Synopse gelang, sie in ein System, ein geschlossenes Weltbild einzufangen.

Carl Troll wurde in Oberbayern geboren. Am 24. Dezember 1899 kam er in Gabersee bei Wasser­burg am Inn zur Welt. Seine Vorfahren aber stammen väterlicher- und mütterlicherseits aus dem Gebiet des Maindreiecks. Er verbrachte seine Kindheit und Ju­gend in Wasserburg. Nachdem er die dortige Latein­schule, das Humanistische Gymnasium in Rosenheim und das Wilhelms-Gymnasium in München absolviert hatte, bezog er 1919 die Universität München und stu­dierte Naturwissenschaften. Er bestand 1922 das Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Chemie, Physik, Biologie, Geologie, Mineralogie und Geogra­phie. Bereits 1921 hatte er im Fach Botanik bei Karl von Goebel promoviert über Die Entfaltungsbewegun­gen der Blütenstiele und ihre biologische Bedeutung.

Schon während des Studiums hatte er sein Augenmerk der Geographie zugewandt. Den letzten Anstoß, Geograph zu werden, gab schließlich der Polarforscher und Ozeanograph Erich von Drygalski. Er gewann ihn für das Geographische Institut als Assistent (1922) mit dem ausdrücklichen Wunsch, die biologische Denkweise im Rahmen des Faches zu pflegen. „Ich entschloß mich“, so berichtet C. Troll 1966, „Geograph zu werden und fremde Länder zu erforschen“).[1]

Zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm habilitierte er sich am 27. Februar 1925, Wil­helm Troll für Botanik, Carl Troll für Geographie mit der Arbeit Ozeanische Züge im Pflanzenkleid Mittel­europas (1925). Jugendneigungen folgend, aber auch angeregt durch PENCK’S Monumentalwerk Die Alpen im Eiszeitalter, widmete er die ersten selbständigen Studien der Quartärmorphologie. In einem Brief anTextfeld: This content downloaded from 130.238.142.96 an Wed, 06 May 2015 11:45:58 UTC 
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 Dr. Olof H. Selling, dem Leiter der paläobotanischen Abteilung des Riksmuseums in Stockholm, schrieb er nach Verleihung der Vega-Medaille am 18. März 1951 über diese Zeit: „Das Alpenpanorama, das vom Grün­ten im Allgäu bis zum Dachstein in der Steiermark reicht, hat meine Phantasie frühzeitig angeregt; ebenso wie der Mäander des Inntals bei Wasserburg, der sich 80 m tief durch die Glazialablagerungen hindurch-schneidet und dabei ein geologisches Profil von 2 Kilo­metern Länge aufschneidet, erdgeschichtliche und geo­morphologische Interessen weckte. Dazu kam, daß wir beiden Brüder schon in früher Jugend durch Freunde der Eltern, einen Arzt und einen Pfarrer, auf die Flora der Heimat gelenkt und zur Anlage eines Herbariums angeregt wurden.“ Noch zu seinem Festcolloquium 1975 zeigte er im Kreise seiner Kollegen und Freunde sein altes Botanikbüchlein, aus dem er die ersten Kenntnisse der Flora erworben hatte.

Zur Erweiterung seiner Universitätsstudien und sei­ner Kenntnisse über die Alpen und ihr Vorland unter­nahm Carl Troll 1924 und 1925 erste größere Reisen nach Skandinavien, wo er im Gelände und in Labora­torien Methoden und Ergebnisse der nordischen Pflan­zengeographie und Quartärgeologie kennenlernen konnte. Hier begegnete er so hervorragenden Gelehr­ten wie R. Sernander, A. E. Högbom, G. de Geer, G. Du Rietz und M. Sauramo.

Sebastian Finsterwalder lehrte ihn 1925 auf einem Gletscherkurs die Technik der terrestrischen Photogrammetrie, mit deren Hilfe er in Bolivien schon zwei Jahre später topographische Karten aufnahm. 1926 begann Carl Troll seine Feldforschungen in Übersee. Ausgangspunkt waren die Anden Boliviens, wo alle tropischen Klimate auf kleinstem Raum zusammentreffen und wo sich in gleicher Weise das tropische Pflanzenkleid vom Regenwald bis zur Wüste, vom Tiefland bis zum Hochgebirge zusammenfindet. Gut zwei Jahre hielt er sich in Bolivien auf, zuletzt (Mai bis Juli 1928) als Teilnehmer der Expedition des Deutsch-österreichischen Alpenvereins zur Cordillera Real. Für 18 Monate hatte die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft eine finanzielle Beihilfe gewährt. Für die folgende Zeit mußte Carl Troll den Aufenthalt selbst finanzieren. Der junge Forscher verstand es, sich die materiellen Voraussetzungen für die Fortsetzung seiner Studien zu schaffen: Er machte Vermessungen im La Paz-Gebiet (1:15 000), in der Cordillera Real (1:50 000), er arbeitete zu Explorationszwecken bei der deutsch-kolumbianischen Fluggesellschaft SCADTA im Küstengebiet von Ecuador und Nordwest-Kolumbien — dies dank der Hilfe seines Freundes Peter Paul von Bauer, dem Begründer dieser ältesten Fluggesellschaft auf lateinamerikanischem Boden. Schließlich brachte ihm auch der Verkauf von Herbar-Dubletten und Pflanzensamen, darunter dem des von ihm entdeckten Pilocereus Trollii, etwas Geld.

Als Carl Troll im September 1929 von Südamerika zurückkehrte, hatte er Bolivien, Nordchile und Süd­perti, das Küstenland von Ecuador, die Tiefländer von Nordwest-Kolumbien und das südliche Panama be­reist, 16 000 Bogen Herbar gesammelt und ca. 10 000 km Routenaufnahmen und zahlreiche Höhenvermes­sungen durchgeführt, Karten auf photogrammetri­schem Wege hergestellt und umfangreiche Beobach­tungen zur Vergletscherung, zur quartären Geschichte des Hochlandes, zum Klima, zur Vegetation und zur Landwirtschaft der tropischen Anden angestellt. Durch die Flüge mit der SCADTA war er auf das wichtige geo­graphische Hilfsmittel der Luftbilder erstmals aufmerk­sam geworden und konnte dadurch auf die großen Möglichkeiten der Luftbildinterpretation hinweisen.

Die Afrika-Reise 1933/34 führte ihn von den Gebirgen Nubiens durch das gesamte östliche Afrika über Eritrea, Kenia, Tanganjika, nach Natal und bis zum Tafelberg bei Kapstadt. Sie führte ihn am „Backbone“ Afrikas entlang, berührte also die wichtigsten Gebirgslandschaften dieses Kontinents. Ziel dieser Reise war der Vergleich der altweltlichen Tropenvegetation mit der neuweltlichen, wobei er auf die Bedeutung der konvergenten Lebensformen alt- und neuweltlicher Pflanzen stieß. Intensiv beschäftigte ihn die Frage, wie klimatische Erscheinungen auf die Verbreitung und Ausbildung der tropischen Pflanzenwelt einwirken (z. B. Nebeloasen). Er vermaß photogrammetrisch den Lewis-Gletscher am Mt. Kenya. Zugleich prüfte er, inwieweit sich tropische Höhenregionen für eine Ansiedlung von Europäern eignen, eine damals besonders aktuelle Aufgabe, der auch von europäischen Kolonialmächten nachgegangen wurde.

Photo 1: C. Troll (2. v. r.) im Kreise von Kollegen auf Exkursion am Titicaca-See 1926

Seine Teilnahme an der schicksalschweren Himalaya­-Expedition 1937 brachte Carl Troll ungewollte Popu­larität. Als Leiter der wissenschaftlichen Gruppe der Nanga Parbat-Expedition, bei der sein Freund Karl Wien und sechs weitere deutsche Teilnehmer sowie die neun eingeborenen Träger den Tod durch eine Eis­lawine fanden, überlebte er, da er zur Unglückszeit zur Sammlung der Flora und Aufnahme einer Vege­tationskarte 1: 50 000 abseits der alpinistischen Unter­nehmung arbeitete. Noch im gleichen Jahr besuchte er die zentralen Teile der Gebirgsketten, um seine Hima­laya-Studien zu vervollständigen und unternahm ebenfalls noch 1937 eine Forschungsreise in das Hoch­land von Äthiopien, das ihm bei seiner Reise 1934 ver­schlossen geblieben war. Mit diesen Expeditionen und Forschungsreisen in die Gebirgsregionen dreier Kontinente begründete Carl Troll sein umfassendes Lebenswerk und seinen Weltruf als Geograph. Der zweite Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit hatten weitere größere Reisen allerdings verhindert. So hat er kaum noch gründliche Feldarbeiten im Ausland ausführen können und mußte sich darauf beschränken, im Zusammenhang mit internationalen Veranstaltungen, Forschungsreisen von wenigen Wochen Dauer auszuführen zur Ergänzung und Vervollständigung seines wissenschaftlichen Programms. Er reiste 1950 in Lappland, 1952 in den USA, 1953 in Mexiko und Italien, 1954 in Spanien, 1956 in Brasilien, 1957 in Thailand und auf Taiwan, 1958 in England, 1959 in Südamerika, 1961 in Polen, 1962 in Malaya, Libanon und Griechenland, 1964 in Israel und Rumänien und 1972 in Kanada.

Carl Troll folgte nach seiner Rückkehr aus Latein­amerika 1929 einem Ruf an die Universität Berlin als außerordentlicher Professor und Leiter der Abteilung für Übersee- und Kolonialgeographie (Nachfolge Fritz Jäger). Er wechselte 1936 als Nachfolger von A. Rühl auf ein Ordinariat für Wirtschaftsgeographie, das zu­gleich mit der Leitung der Abteilung für Wirtschafts­geographie am Institut für Meereskunde verbunden war. 1938 übernahm er schließlich den bereits ein Jahr vakanten geographischen Lehrstuhl in Bonn, den Leo Waibel — durch die Zeitumstände gezwungen —1937 verlassen hatte. Trotz mehrerer Rufe nach Berlin, München, Zürich, Wien und Heidelberg blieb Carl Troll bis zu seiner Emeritierung in Bonn.

Mit der Übernahme des geographischen Lehrstuhls in Bonn enden die Lehr- und Wanderjahre Carl Trolls; zugleich begann eine Zeit fortschreitender poli­tischer Isolierung Deutschlands, die schließlich im zwei­ten Weltkrieg ihren Höhepunkt fand. Carl Troll nutzte diese Jahre zur Ausarbeitung seiner Publika­tionen und zu Niederschriften seiner Ergebnisse, die er auf den großen Reisen gewonnen hatte. Während dieser Zeit reiften seine Studien zu einem Gesamtbild der Geographie heran. Er entwickelte ein eigenwilliges, aber in sich geschlossenes System der geographischen Betrachtung unter Benutzung und Bewahrung trag­fähiger Grundgedanken großer Vorbilder und unter Fortentwicklung dessen, was er auf der Basis seiner Studien für entwicklungsfähig hielt.1939 schon formulierte er sein Konzept der Land­schaftsökologie, 1941 begründete er seine vergleichende Geographie der Hochgebirge. Er schrieb wichtige Ar­beiten zur Luftbildinterpretation (1939), über thermi­sche Klimate der Erde (1943), zur Periglazialmorpho­logie (1944), und es entstand sein bedeutender Aufsatz über die Stellung der Indianerkulturen im Landschafts­aufbau der tropischen Anden (1943). Zugleich war dies auch die Zeit der Erweiterung und Vertiefung seines Wirkens als Hochschullehrer, verbunden mit einem Ringen um die Freiheit von Forschung und Lehre. Das mutige Eintreten für das Leben Alfred Philippsons kennzeichnet besser als vieles andere seine menschliche Haltung in der schwierigen Zeit des politischen Totali­tarismus.

Photo 2: C. Troll 1928 in Bolivien

Der Krieg war auch am Bonner Geographischen In­stitut nicht spurlos vorübergegangen. Es fiel noch kurz vor Ende des Krieges den Bomben zum Opfer. Die wertvollen Budibestände waren jedoch größtenteils ausgelagert und wurden bereits im Laufe des Jahres 1945 wieder zurückgeführt. Der Lehrbetrieb konnte im Wintersemester 1945/46 in den Räumen des Geologi­schen Instituts wieder aufgenommen werden.
Trotz der Trostlosigkeit der unmittelbaren Nach­kriegszeit gelang es Carl Troll nach seiner Rückkehr aus der Evakuierung, den personellen und sachlichen Wiederaufbau des Geographischen Instituts voranzu­treiben und bis 1951 das modernste Geographische In­stitut der Bundesrepublik aufzubauen. Dabei leitete ihn der Gedanke, ein Institut zu schaffen, „das dem ehemaligen Institut in Berlin entsprechen sollte“ (Troll). Durch zahlreiche abgelehnte Rufe konnte er die Mittelausstattung für das Bonner Institut verbes­sern. Systematisch betrieb er den Ausbau von Abtei­lungen, die heute z. T. in Lehrstühle übergegangen sind.
Carl Troll hat sich schon unmittelbar nach dem Kriege bemüht, nicht zuletzt durch die Gründung der Zeitschrift ERDKUNDE, den wissenschaftlichen Gedan­kenaustausch im Rahmen der Geographie in Deutsch­land zu beleben und auch das Vertrauen des Auslandes zur deutschen Geographie zurückzugewinnen. Durch seinen Einführungsaufsatz in der ersten Nummer der ERDKUNDE (1947) Die wissenschaftliche Geographie in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 öffnete er manchen Weg nach draußen, da dieser kritische und offene Rechenschaftsbericht im Ausland vorwiegend ein positives Echo auslöste. Außer der ERDKUNDE (1947) gründete er drei weitere Publikationsreihen: Bonner Geographische Abhandlungen (1947), Collo­quium Geographicum (1951) und Arbeiten zur Rheini­schen Landeskunde (1952).

Carl Troll hat in der Nachkriegszeit bis zu seiner Emeritierung die Geographie und die geographische Forschung vor einer breiten nationalen und internatio­nalen wissenschaftlichen und politischen Uffentlichkeit wirksam repräsentiert. Er war in zahlreichen hoch­schulpolitischen und wissenschaftlichen Gremien tätig. Für das akademische Jahr 1946/47 wurde er zum Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fa­kultät gewählt, und 1960/61 war er Rektor der Rhei­nischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Aber nicht nur im akademischen und hochschulpolitischen Bereich, sondern auch im öffentlichen Leben Bonns trat Carl Troll als eine markante Persönlichkeit hervor. Er engagierte sich als Stadtverordneter für kommunal­politische Belange, er war Präsident und Vorstands­mitglied von gemeinnützigen und kulturellen Gesell­schaften und Vereinen und hielt zahlreiche öffentliche Vorträge.

Krönung seines internationalen Wirkens als Geo­graph war seine Wahl zum Präsidenten der Inter­nationalen Geographischen Union für die Legislatur­periode 1960-64 trotz der schwierigen Stellung der Bundesrepublik Deutschland im Kräftespiel zwischen West und Ost. Als solcher leitete er den Internatio­nalen Geographenkongreß 1964 in London. Es war dies einzig das persönliche Verdienst des Wissenschaft­lers von hohem Rang mit weltweit anerkannten Lei­stungen. Viele Ehrungen wurden ihm zuteil; unter ihnen sind die aus dem Ausland besonders zahlreich. Den Doktorgrad ehrenhalber verliehen ihm die Uni­versitäten Löwen (1963) und Wien (1965). Er erhielt 15 Berufungen in wissenschaftliche Akademien und Gesellschaften. Viele ehrten ihn mit der Ehrenmitglied­schaft. Insgesamt wurden ihm 16 Medaillen für Ver­dienste um die wissenschaftliche Forschung verliehen.

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Carl Troll hatte sich zum 31. März 1966 von seinen akademischen Verpflichtungen entbinden lassen. Nach seiner Emeritierung galt seine ganze Aktivität der Publikationstätigkeit und besonders der Leitung der Commission on High Altitude Geo-Ecology im Rah­men der Internationalen Geographischen Union (seit 1968) in enger Verbindung mit der Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz, die er seit 1951 betreute. Noch in den letzten Jahren hat er drei Symposien zur Hochgebirgsgeographie veranstaltet (1969, 1972, 1974) und war dabei, ein viertes für das Jahr 1976 vorzubereiten. Seit seiner Emeritierung ist die Zahl seiner Publikationen um weitere 100 auf insgesamt 361 angestiegen.

Aber nach seiner zweiten schweren Herzattacke im Sommer 1971 erlahmten seine Kräfte, wenn es auch bei flüchtiger Begegnung ihm kaum anzumerken war. Im Sommersemester 1974 hat er noch einmal vor vollem Hörsaal eine Vorlesung über das Alpenvor­land gehalten, über jenes Gebiet, von dem aus er seinen wissenschaftlichen Weg begonnen hatte und mit dem er sich nun von der akademischen Jugend verabschie­dete. Man könnte es fast als eine Vorahnung nahenden Todes deuten, wenn er dem Verfasser gegenüber den Wunsch äußerte, das Festcolloquium zu seinem 75. Ge­burtstag und zugleich seinem 50. Dozentenjubiläum selbst gestalten zu dürfen. In einer begeisterten Rede hielt der Jubilar dann am 31. Januar 1975 Rückschau auf sein Lebenswerk und entwickelte noch einmal sein Geographie-Konzept. Diesen Vortrag in festlichem Rahmen vor einer großen Zuhörerschar halten zu kön­nen, war für Carl Troll ganz offensichtlich ein be­glückendes Erlebnis. Die Veröffentlichung dieses Rück­blicks mit dem Titel Vergleichende Geographie der Hochgebirge der Erde in landschaftsökologischer Sicht. Eine Entwicklung von dreieinhalb Jahrzehnten Forschungs- und Organisationsarbeit erlebte er noch anläßlich des 40. Deutschen Geographentags in Inns­bruck im Mai 1975.

Damit schloß sich der Lebenskreis eines großen Naturforschers, der am Ende einer langen Epoche von Forschungsreisenden des 19. und des frühen 20. Jahr­hunderts steht, eines Naturforschers, wie es ihn heute kaum noch geben kann. Er hatte seine Expeditionen noch ohne die Vorzüge, aber auch ohne die Nachteile moderner Reisetechnik, zum großen Teil mühsam auf dem Rücken eines Maultieres, abgeleistet. Beobachten, Sammeln, Kartieren, Ordnen und vergleichendes Wer­ten waren seine Forschungsmittel, aus denen heraus er seine Gesamtschau, sein Bild einer vergleichenden Geographie der Erde entwarf.

Carl Trolls Lebenswerk ist umfangreich und vielgestaltig in den Details, geschlossen und abgerundet, ganzheitlich und harmonisch in der Synopse. Es ist kaum möglich, es auf wenigen Seiten auch nur annähernd zu umschreiben, geschweige denn erschöpfend zu würdigen.[2] Doch sind Umrisse und Kern seines Werkes gut erkennbar, da er häufig Zwischenbilanz zog und seine Zielsetzung und sein Programm wiederholt darstellte. Trolls frühestes Konzept ist das der Landschafts­ökologie. Es entstand im Erleben seiner voralpinen Heimat beim Studium des raschen Landschaftswech­sels zwischen den trockenen Heideflächen und den feuchten Quellmooren der Moose. Kleinräumige Mo­saike einheitlicher Großlandschaften waren ihm dann auch in Südamerika und Afrika häufig begegnet (vgl. Termiten-Savannen 1936). Mit Hilfe der Luftbild­analyse verfeinerte er die Methoden der kartographi­schen Darstellung von Landschaftstypen, deren ökolo­gische Bedingungen er am Boden im Einzelfall er­forscht hatte.

Unter ökologischer Landschaftsforschung verstand Troll das Erfassen der vielfältigen Wechselbeziehun­gen, die in Natur- und Kulturlandschaften, zwischen den darin vorhandenen „Kräften“ und „Landschafts­elementen“ wirksam sind. Besonderes Gewicht legte er allerdings auf die „biologischen Vorgänge als Binde­glied zwischen den Kräften der unbelebten, physika­lischen Welt, von denen sie abhängig sind, und den geistbestimmten, kulturellen Erscheinungen“, die den „menschlichen Motivationen“ unterliegen.

Für die natürlichen physikalisch-biologischen Zu­sammenhänge in der Landschaft hatte er 1938 anläß­lich eines Vortrags den Ausdruck Landschaftsökologie geprägt (1939). Die standörtliche Einheit auf kleinem Raum nannte er Ökotop als komplexere Bezeichnung des biologischen Begriffs Biotop unter bewußter Ein­beziehung der physikalischen Umwelt (Boden, Klima etc.).

Damit hatte er ein methodisches Konzept geschaf­fen, das im Rahmen der wissenschaftlichen Geogra­phie rege diskutiert wurde und in der Praxis der Land­schaftsplanung, des Naturschutzes, der Landsdafts­pflege und der Umweltforschung breite Anwendung fand.

Troll war mit dem Begriff Landschaftsökologie, für den er im internationalen Sprachgebrauch seit 1968 auch den Ausdruck Geoecology benutzte, insofern über das Konzept des Ökosystems von TANSLEY (1939) hinausgegangen, als dieser auf räumliche und kartographische Darstellung seiner Systeme verzich­tete. Überdies berührt sich Trolls Konzept eng mit dem der Geobiozönologie der russischen Geobotanik (W. N. SUKATSCHEW). Landschaftsökologie war für Troll synoptisch geographische Naturbetrachtung, mit­hin Geowissenschaft im weitesten Sinn, da die Phäno­mene der Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre und Biosphäre, ja sogar der Anthroposphäre in ihr wirk­sam werden.

Das landschaftsökologische Konzept kehrt als me­thodisches Grundgerüst, als Denkmodell in den ande­ren Arbeitsgebieten von C. Troll immer wieder, denn auch seinen Untersuchungen zur Pflanzengeographie der Erde, die schließlich auf eine Vergleichende Geo­graphie der Gebirgssysteme der Erde hinausliefen, liegt die ökologische Betrachtungsweise zugrunde.

Im großräumigen, weltweiten Vergleich sah er die Vegetation vorwiegend in ihrem klimatischen Kontext (klimatische Vegetationstypen) und in ihrer Ab- hängigkeit von den Standortfaktoren (edaphische Varianten). Die wichtigste Entdeckung war hierbei die der kalten Tropen als einer klimatisch-selbständigen Gebirgsstufe ohne den gewohnten thermischen Gegensatz von Sommer und Winter. Die geringen Schwankungen der Temperatur in den Tropen identifizieren sie qualitativ als kaltes tropisches Tageszeitenklima, das keine Projizierung auf die kühlen und kalten Gebiete der Außertropen zuläßt. Diese Erkenntnis führte ihn zu der großräumigen Unterscheidung tropischer Tageszeiten- und außertropischer Jahreszeitenklimate (Thermoisoplethen 1943). Schließlich entwarf er eine neue Klassifikation der Klimate (1951, 1956, 1963) auf der Basis des jahreszeitlichen bzw. tageszeitlichen Rhythmus‘ und des pflanzengeographisch asymmetrischen Verhältnisses der Nord- und Südhalbkugel (1948) und korrigierte damit die offensichtlichen Mängel der Köppen’schen Klassifikation. Alle seine vergleichenden Studien zur Hochgebirgsvegetation, über Froststrukturböden und Denudationsvorgänge in den subnivalen Regionen aller Breitenlagen (1944, 1947, 1948), zum Verhalten der Schneedecke und deren Ablationsformen (Büßerschnee 1942, 1949), sind Teilstücke eines ökologischen Vergleichs der irdischen Landschaften.

Nach 1950 hat er — zum Teil durch Schüler und Mitarbeiter — einzelne Aspekte dieses Programms wei­terverfolgt, systematisch ausgebaut und vervollstän­digt. So verwirklichte er Zug um Zug die Idee einer vergleichenden dreidimensionalen Geographie der Ge­birgsländer der Erde auf ökologischer Grundlage. Man wird dieses Konzept als das Herzstück Troll’scher Geographie bezeichnen können, als den Mittelpunkt seines Lebenswerks, für dessen endgültige Gestaltung er einen „weltweiten Vergleich der einzelnen Stoff­bereiche und die Erfassung der einzelnen Raumeinhei­ten und Standorte als ökologisches Wirkungsgefüge“ anstrebte. Das von ihm geplante zusammenfassende Werk Die Gebirgsländer der Erde, eine Geographie der dritten Dimension auf ökologischer Grundlage hat er leider nicht mehr verfaßt. Doch bietet die Fülle seiner Arbeiten zu diesem Thema einen lückenlosen Einblick, zumal er mehrfach zusammenfassende, kür­zere Beiträge gegeben hat (1959, 1961, 1963, 1974, 1975). Man würde dem Gesamtwerk nicht gerecht, wollte man nur den Kern des Troll’schen Lebenswerkes um­schreiben. Viele seiner geomorphologischen und pflan­zengeographischen Arbeiten, seine Beiträge zur Quar­tärforschung und zur thematischen Kartographie, zur Agrar- und Sozialgeographie und überdies seine Auf­sätze zu wissenschaftlichen Fragen des politischen All­tags, zu den Problemen der Dritten Welt und nicht zuletzt sein Bemühen um den Forschungsgegenstand des Faches und um den Standort der Geographie im System der Wissenschaften sprechen in ihrer Thematik wie im Inhalt auch für sich selbst (vgl. hierzu LAUTEN­SACH 1959 und LAUER 1970).

Troll schloß in sein Gesamtkonzept auch den Menschen — sowohl als Einzelwesen wie auch als Gruppe —in dieses Wirkungsgefüge ein. Er sieht ihn „als geistiges, gesellschaftliches und sittliches Wesen“, das befähigt ist, „Landschaft zu gestalten“, eingebettet in den Komplex der „geographischen Wechselbeziehungen“, da der Mensch ein „naturverhaftetes“ Wesen ist. Seine meisterhafte Studie über die Stellung der India­nerhochkulturen im Landschaftsaufbau der tropischen Anden (1943) gibt diese Auffassung am deutlichsten wieder. Carl Troll plädiert für ein ökologisches Konzept in der physischen Geographie, das bis in die Gestaltung der Kulturlandschaften hineingreift und dadurch die Bindungen zwischen der physischen und der Anthropogeographie von Haus aus zu erkennen gibt. Der immer wieder hervorgekehrte und jüngst bis zur Erschöpfung diskutierte Dualismus innerhalb der geographischen Wissenschaft zwischen der Natur- und Kulturgeographie erschien ihm nicht berechtigt. So hatte er denn auch im Jahre 1969 noch einmal bekräftigt, daß er als wesentlichste Aufgabe geographischen Arbeitens ansieht, „die natürlichen Lebensräume der Erde in ihrer Vielfalt und ihren Gesetzmäßigkeiten zu erfassen und die Beziehungen, das Wechselspiel von Natur und Mensch bei der Entwicklung von Kultur und Wirtschaft und im Wandel der Kulturlandschaften zu studieren“ (1969).

Einige spezifisch pflanzengeographische Arbeiten gestatten einen Einblick in die naturphilosophische Vorstellungswelt Carl Trolls als Geograph und Bio­loge. Für ihn war die Erkenntnis, daß in der Neuen und Alten Welt bei ganz verschiedener Florenausstat­tung beider Kontinente unter gleichen klimaökolo­gischen Bedingungen konvergente Lebensformen auf­treten, eines der größten Erlebnisse auf seinen For­schungsreisen. Diese Lebensformenlehre (1958) ist ein weiteres Kernstück für seine Auffassung von verglei­chender Pflanzenökologie und damit für eine allge­meine geographische Vegetationskunde. Für ihn be­stand kein Zweifel, daß es sich bei den von ihm her­ausgearbeiteten Lebensformen um natürliche Anpas­sungserscheinungen handelt, die zum großen Teil auch zu erblicher Fixierung geführt haben; doch war er skeptisch gegenüber der Ausschließlichkeit von Selek­tion und Auslese und der alleinigen Steuerung durch erbliche Mutationen. Denn es war für ihn offensicht­lich, daß bei gleichen Umweltbedingungen ganz ver­schiedene Lebensformen nebeneinander entstanden sind und die Variationsbreite des Biologisch-Organi­schen hier unendlich vielfältiger ist als die der physi­kalischen Umweltbedingungen.

Aber gerade die Vielfalt und Buntheit des Biologischen faszinierte ihn immer wieder. Er stand durchaus ganz auf dem Boden der Evolutionslehre im Sinne von DARWIN (1859), die einerseits zwanglos die Vielfalt des Lebens auf der Erde erklärbar und andererseits die Erhaltung des Lebens nur möglich macht durch solche Neubildungen, die an die Umwelt opti mal angepaßt sind. Troll bezweifelte aber, daß alle im Laufe der Evolution vom Einzeller zu den höheren Formen des Lebens entwickelten morphologischen Typen durch „Anpassung“ und „Auslese“ entstanden sind (1974).

Aus dem Studium der pflanzlichen Lebensformen heraus neigte er zu der Auffassung, daß die Evolution der Organismen nicht nur ein reiner Entwicklungspro­zeß ist, sondern auch von der Ausbreitungsmöglichkeit und der geographisch-ökologischen Isolierung mitbe­herrscht wird, etwa im Sinne des Migrationsgesetzes und der Separationstheorie von MORITZ WAGNER (1868, 1870). Neben purem Zufall eines nur physi­kalisch-chemischen Systems (etwa im Sinne von J. L. MONOD, 1970), das die Evolution beherrscht, akzep­tierte Troll (1974) eine „höhere Gesetzlichkeit“ oder „übermaterielle Entelechie“ (im Sinne von H. DRIESCH, 1908) oder einen „ordnenden Weltgeist“ (im Sinne des Zoologen K. E. VON BAER).

Für Carl Troll war Geographie, die die Gesamtheit der Phänomene auf der Erde in ihrer bunten Vielfalt an der Nahtstelle mehrerer Sphären zu untersuchen und darzustellen zur Aufgabe hat, eine „Wesensschau der Dinge“, ein Weg zum Verständnis der Welt, in der er — der gläubige Christ — göttliche Ordnung gespiegelt sah. Geographie war für ihn auch im Wortsinne an den Planeten Erde gebunden, weil er als einziger in unserm Sonnensystem oder vielleicht überhaupt Leben in dieser Form der Evolution hat. Angesichts der Bil­der und Schilderungen vom Mond durch die ameri­kanischen Astronauten hat Carl Troll ein Bekenntnis zur Erde und zur Geographie abgelegt, wenn er 1969 schreibt: „Der Mond, der nur aus anorganischer Sub­stanz besteht und auf dem die Lebewelt fehlt, entbehrt der wissenschaftlichen Substanz für die geographische Wissenschaft. Die Landschaft des Mondes ist von einer erschütternden öde, Leblosigkeit und Unwirtlichkeit. Die Wunder unserer Erde, die Geheimnisse, allein die Erscheinungen des Lebens von den komplizier­testen biochemischen Vorgängen im Zellkern bis hin zu der Entfaltung der Tier- und Pflanzenwelt und ihrem Zusammenleben in den unendlich abwechslungs­reichen Lebensräumen der Erde werden durch den Fortgang der Forschung nicht weniger, denn mit jeder neuen Erkenntnis tauchen meist neue Fragen und Rätsel auf — von den Fragen der menschlichen Ge­sellschaft, ihrer wirtschaftlichen und geistigen Betäti­gung in den verschiedenen Zonen und Ländern ganz zu schweigen.“ Und er fährt fort: „Die gesunde Reak­tion auf das Erleben des Mondes müßte eigentlich für alle Menschen ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung erzeugen, für Naturforscher und Geographen aber im besonderen ein Antrieb sein, die unendlichen Möglichkeiten dieser Erde durch eigene Forschung für die Menschheit nutzbar machen zu hel­fen.“

Troll war ein solcher Naturforscher. Ein später Nachfahre der Großen des 19. Jahrhunderts? Oder doch ein solcher des 20. Jahrhunderts, der mit jeder neuen Erkenntnis — auch der durch das Mondereignis gewonnenen — bereit war, mit verstärkter Anspannung sich den Fragen und Rätseln, welche die sich rasch wandelnde Erde immer von neuem bietet, als Geo­graph zu stellen.

Carl Troll war ein Einzelgänger unseres Faches. Man sucht vergebens nach entscheidenden Einflüssen von Geographen auf seinen wissenschaftlichen Werde­gang. Am ehesten sah er sich in der Tradition seiner Lehrer in Botanik Karl von Goebel und Theodor Herzog, des einen, weil er ihm „das Verständnis für die Morphologie der Pflanzen erschloß“, des anderen, weil er ihm „den Weg in die Wunderwelt der andinen Vegetation gewiesen“ hat (1959). Dennoch war Carl Troll ein Besessener seiner geographischen Wissen­schaft, dabei ein Mensch persönlicher Ausstrahlung, der eine große Anziehungskraft auf die akademische Jugend ausübte. Seine sich steigernde Begeisterung an der eigenen Sache im Hörsaal, auf Exkursionen und wo immer er erschien, teilte sich seiner Umgebung mit. So erlebten wir ihn als rastlos für das Fach tätigen Mann, voller elastischer Tatkraft, freizügiger und be­weglicher Unruhe, von stets unternehmender und zugreifender Art, immer bereit für seine Schüler, seine Umgebung und engagiert für öffentliche Belange. Es ist kein Zweifel, daß Carl Troll das Naturerlebnis, seine Freude am Schaubaren als Kraftquell benutzt hat, den Alltag zu meistern mit charmanter Liebens­würdigkeit seinen Mitmenschen gegenüber.

„Bei meinen Studien über das Pflanzenkleid der Erde“, so formuliert er 1958, „ergeht es mir wie Au­gust Grisebach, der 1871 schrieb: ,Mit Bewußtsein in den Schauplatz der Natur einzutreten und in ihrer Gesetzmäßigkeit Ordnung, Einsicht, Genuß und Frie­den zu suchen, ist mir bei diesen Forschungen ein Trieb des Gemüts und dadurch eine Quelle des Glücks ge­wesen.'“ Mit seinem großen Vorbild Alexander von Humboldt wußte Carl Troll sich auch in der Meinung einig, daß „der Mensch, der Gefühl für die Natur hat, sich freut, darin zugleich auch die Lösung mancher moralischen und ästhetischen Probleme zu finden“.

Biographische Schriften über Carl Troll

BECK, H.: Geographie. Europäische Entwicklung in Texten und Erläuterungen. Darin Carl Troll, 360, 374, 379-382, 383-398. Freiburg/München. 1973.

DICKINSON, R. E.: The makers of modern geography. 164­166. New York and Washington 1969.

FISHER, E., CAMPBELL, E. D. and MILLER, F. S.: Carl Troll (1899—          ). In: A question of place. The development of geographical thought. 115-120. Arlington 1967.

LAUER, W.: Carl Troll zum 70. Geburtstag. In: Argumenta Geographica, Festschrift Carl Troll zum 70. Geburtstag. Colloquium Geographicum XII, 11-17, Bonn 1970.LAUTENSACH, H.: Carl Troll — ein Forscherleben. ERD­KUNDE XIII/4, 245-252, Bonn 1959.

Louis, H.: Kartographische und diagraphische Darlegung geographischer Erkenntnisse bei Carl Troll. In: Kartographische Nachrichten, Bd. XV, 16-19, Gütersloh 1965.

TROLL, C.: Kurze autobiographische Skizze. In: Böhm, E.: Forscher und Gelehrte, 323-324, Stuttgart 1966.

Westermanns Lexikon der Geographie, ed. Tietze: W.: Stichwort: Carl Troll. Bd. IV, 670-671, Braunschweig 1970.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen
von Carl Troll

  1. Teil (1922-1959) in: Erdkunde, Bd. 13, 1959, 252-258.
  2. Teil (1960-1970) in: Argumenta Geographica, Festschrift
    CARL TROLL zum 70. Geburtstag, Colloquium Geographi-
    cum, Bd. 12, 18-26. Bonn 1970.
  3. Teil (1970-1975) 1970

316 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. Jah­resbericht 1969. In: Jahrbuch 1969 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1970, S. 133-123.

317 Die naturräumliche Gliederung Nord-Äthiopiens. In: Erdkunde, Bd. 24, H. 4, Bonn 1970, 5.249-268 (mit farb. Karte).

318 High-Altitude Geoecology. In: Reports of IGU Com­missions. Bulletin de l’Union Geographique Inter­nationale, Vol. 21, No. 1, 1970, S. 62-64.

319 30 Jahre Bodennutzungskartierung am Geographi­schen Institut der Universität Bonn. In: Internationale Beratung über Bodennutzungskarten. MEM — Landes­amt für Boden- und Kartenwesen & Geodätischer und Kartographischer Verein. Budapest 1968 (erschienen 1970), S. 161-164.

320 Diskussionsbemerkungen zum Thema „Der Geograph — Ausbildung und Beruf“. In: Deutscher Geographen-tag Kiel 1969, Tagungsbericht und Wiss. Abhandl., Wiesbaden 1970, S. 230-232.

1971

321 Symposium über „Vergleichende Kulturgeographie der Hochgebirgsländer Südasiens“. In: Jahrbuch 1970 d. Akad, d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1971, S. 79-81.

322 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. Jah­resbericht 1970. In: Jahrbuch 1970 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1971, S. 136-145.

323 In memoriam HERMANN LAUTENSACH (20. Sept. 1886 — 20. Mai 1971) und HERBERT LEHMANN (25. Jan. 1901 — 8. März 1971). In: Erdkunde, Bd. 25, H. 3, 1971, S. 161-163.

324 Die Formen der Solifluktion und die periglaziale Bo­denabtragung. Mit Nachtrag 1970. In: Klimatische Geomorphologie, hrsg. von C. Rathjens, Wege der Forschung, Bd. 118, Darmstadt 1971, S. 171-205.

325 Mit HANNO BECK: Johann Jakob von Tschudi. Zu seinem Leben und Werk. Einführung zu TSCHUDI. J. J. VON, Reisen durch Südamerika. Neudruck, Bd. 1-5, Stuttgart 1971, S. 5-26.

326 Landscape Ecology (Geoecology) and Biogeocoeno­logy. A Terminological Study. In: Geoforum, Jour­nal of Physical, Human and Regional Geosciences, No. 8, Oxford & Braunschweig 1971, S. 43-46.

327 Die Grenzen der Hochgebirgsnatur und das Wesen der Hochgebirgslandschaft. In: Problemy geografick6- ho vj7skumu. Bratislava 1971, S. 65-69.
1972
328 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung, Jah­resbericht 1971. Jahrbuch 1971 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1972. S. 136-145.
329 Vorwort zu Goal., DIETMAR., Strukturen und Skulp­turen der Landschaft. Die Methodik der Darstellung am Beispiel einer Karte von Deutschland. In: Forsch. z. Dt. Landeskunde, Bd. 184, Bonn-Bad Godesberg 1972, mit farb. Karte »Deutsche Landschaften“ — Bau und Formen 1:1 Mill.
330 Edit., Geoecology of the High-Mountain Regions of Eurasia. Landschaftsökologie der Hochgebirge Eura­siens. Proceed. of the Symposium of the Intern. Geogr. Union, Commission on High-Altitude Geoeco­logy, Nov. 20-22, 1969 at Mainz. In: Erdwissen­schaftliche Forschung, Bd. 4, Wiesbaden 1972, 302 S., 25 Taf. mit 99 Photos, 5 Kartenbeil.
darin Nr. 331, 332 und 333 Originalbeiträge.
331 Geoecology and the World-Wide Differentiation of High-Mountain Ecosystems. Ibd. S. 1-16.
332 The Upper Limit of Aridity and the arid Core of High-Asia. Ibd. S. 237-243.
333 The Three-Dimensional Zonation of the Himalayan System. Ibd. S. 264-275.
334 Igelpolster-Formation. Diskussionsbeitrag zum Ar­tikel RATHJENS, C., Fragen der horizontalen und ver­tikalen Landschaftsgliederung im Hochgebirgssystem der Hindukusdi. Ibd. S. 219-220 u. Taf. XIX.
335 Betula-Wälder. Diskussionsbeitrag zum Artikel HED­BERG, 0., On the delimination and subdivision of the high-mountain region of Eurasia. Ibd. S. 108-109.
336 Die Hochgebirge Bulgariens — Vegetation. Ibd. S. 144-146.
337 Mit I. HENNING (nach Arbeiten von L. GORCHA­KOVSKY), Karte »Die horizontale und vertikale Ver­teilung der Vegetation im Uralsystem“. Ibd. Karten­beilage 1.
338 Landschaftnaja Ekologija (Geoekologija) i biogeoceno­logija. Terminoloceskoe Issledovanie. In: Istvestija Akademii Nauk SSSR, Serija Geograficeskaja, No. 3, Moskva 1972, S. 114-120.
339 Westermann Lexikon der Geographie. Eine Gesamt­rezension. In: Geographische Rundschau, Jg. 24,1972, S. 459-460.
340 Die Qanat- oder Karez-Bewässerung in der Alten und Neuen Welt als Problem der Universalgeschichte. In: Troll, C. und C. Braun, Madrid — Die Wasserversor­gung der Stadt durch Qanate im Laufe der Geschichte. In: Abhandl. d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit., Math.-Nat. Kl., Jg. 1972, No. 5, Mainz 1972,88 S.

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1973
341 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. Jah­resbericht 1972. In: Jahrbuch 1972 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1973, S. 136-147.
342 Die Höhenstaffelung des Bauern- und Wanderhirten­tums im Nanga Parbat-Gebiet (Indus-Himalaya). In: Vergleichende Kulturgeographie der Hochgebirge des südlichen Asien, hrsg. von Carl Rathjens, Carl Troll und Harald Uhlig. Erdwissenschaftliche Forschung, Hrsg. von C. Troll, Bd. 5, Wiesbaden 1973, S. 43-48.
343 Landschaftsökologie als geographisch-synoptische Na­turbetrachtung (Neudruck von Nr. 259). In: Das We­sen der Landschaft, hrsg. von Karlheinz Paffen. Wege der Forschung, Bd. 39, Darmstadt 1973, S. 252-267.
344 Beobachtungen von Tropenkarst in Thailand und Ma­laya. In: Neue Ergebnisse der Karstforschung in den Tropen und im Mittelmeerraum. Beihefte z. Geogr. Zeitschrift, Wiesbaden 1973, S. 9-16.
345 Rasenabschälung (Turf Exfoliation) als periglaziales Phänomen der subpolaren Zonen und der Hochge­birge. Zeitschrift f. Geomorphologie, N.F., Suppl. Bd. 17,1973, S. 1-32.
346 Julius Büdel und die moderne Geomorphologie. Eine Würdigung seines Werkes anläßlich seines 70. Geburts­tages. In: Erdkunde, Bd. 27, H. 4. Bonn 1973, S. 245-253.
347 The Upper Timberlines in different Climatic Zones. Arctic and Alpine Research, Vol. 5, No. 3, Part 2, Proceed. of the Symposium of the Intern. Geogr. Union, Commiss. on High Altitude Geoecology, Cal­gary, Alberta, August 1-8, 1972, Boulder, Color. 1973, S. 3-18.
348 High Mountain Belts between the Polar Caps and the Equator. Ibd. S. 19-27.
349 La Geoecologia y la diferenciaci6n a escala planetaria de los ecosistemas de alta montafia. In: Geographica, Revista del Instituto de Geografia Aplicada ecc., 2. a epoca, Ano XV, No. 2, Madrid 1973, S. 143-155.
350 Paul Woldstedt — 1888-1973. In: Eiszeitalter und Ge­genwart, Bd. 23/24,1973, S. 446-448.
351 Teor, problemas e metodos de pesquisa geomorfol6- gica. In: Boletim Geogräfico, No. 234, Rio de Janeiro 1973, S. 102-134.
1974
352 Die Erde aus kosmischer Sicht. In: Lexikothek. Län­der, Völker, Kontinente, hrsg. von Gustav Fochler­Hauke. Bd. 3, Gütersloh, Berlin, München, Wien 1974, S. 384-393.
353 Das „Backbone of Africa“ und die afrikanische Hauptklimascheide (Erläuterungen zu einer Karte). In: Klimatologisdie Forschung, Festschrift für HER­MANN FLOHN. Bonner Meteorologische Abhandlungen, H. 17, Bonn 1974, S. 209-222.
354 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. Jah­resbericht 1973. In: Jahrbuch 1973 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, Wiesbaden 1974, S. 171-192.

355 Jaeger, Fritz, Geograph, Forschungsreisender, geb. 8. 1. 1881 OffenbadgMain, gest. 26. 11. 1966 Zürich (ev., dan dissident). In: Neue Deutsche Biographie, 10, 1974, 1 S.
1975
356 Religionsgeographie als Teilaspekt der Kultur– und Sozialgeographie. In: Religionsgeographie. Wege der Forschung, Bd. 398, Darmstadt 1975, S. 250-253.
357 Geoökologische Beziehungen zwischen der Temperier­ten Zone der Südhalbkugel und den Tropengebirgen. (Bericht Symposium) 21. bis 23. November. In: Jahr­buch 1974 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, S. 97­102.
358 Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. Jah­resbericht 1974. In: Jahrbuch 1974 d. Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, S. 162-174.
359 Die Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung. In: Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, 1949-1974, S. 31-37.
360 Der dreidimensionale Landschaftsaufbau der Erde. Arbeiten der Kommission für Erdwissenschaftliche Forschung und der Kommission für die Geoökologie der Hochgebirge der Internationalen Union der Geo­graphie. In: Akad. d. Wiss. u. d. Lit. Mainz, 1949­1974, S. 54-69.
361 Vergleichende Geographie der Hochgebirge der Erde in landschaftsökologischer Sicht. Eine Entwicklung von dreieinhalb Jahrzehnten Forsdiungs- und Orga­nisationsarbeit. In: Geographische Rundschau, Jg. 27, 1975, S. 185-198.


[1] Die in Anführungszeichen gesetzten Passagen sind Pu­blikationen, autobiographischen Skizzen und Gesprächen mit Carl Troll entnommen. Dabei angeführte Jahreszahlen in Klammern beziehen sich auf Erscheinungsjahre von Pu­blikationen Carl Trolls; in anderen Fällen sind die Autoren zitiert.

[2] Verf. hatte zu Trolls 70. Geburtstag einige Grundzüge Troll’schen Schaffens anhand seiner Publikationen zwischen 1960 und 1970 und sein Wirken als Hochschullehrer herauszuarbeiten versucht (Coll. Geographicum H. 12, Bonn 1970, pp. 13-17). Ich verweise auch auf H. LAUTENSACH; Carl Troll, ein Forscherleben, ERDKUNDE X111/4, 1959, pp. 245-252.

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